Kolbermoor – Es ist das höchste christliche Fest, weil es für Gläubige die wichtigste Botschaft beinhaltet: das Osterfest, das die Auferstehung Jesu Christi und dessen Sieg über den Tod feiert. Denn laut christlichem Glauben ist Jesus Christus nach dem Tod am Kreuz von den Toten auferstanden. Ein Versprechen, das auch den Menschen gegeben worden sei, wie beispielsweise im Johannes-Evangelium (11,25-26) durch Jesu Worte „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt“ belegt ist, so die Auffassung der christlichen Kirchen.
Auch für den Katholiken Thomas Rothmayer, der am 22. März zum neuen Kolbermoorer Bürgermeister gewählt worden ist und dieses Amt am 1. Mai antreten wird, ist das Osterfest daher von „hoher Bedeutung“ und „immer etwas ganz Besonderes“. Auch der 41-Jährige glaubt, „dass es nach dem Tod noch etwas gibt“. Rothmayer: „Dieser Glaube gibt mir Kraft und Hoffnung.“
Doch wie könnte dieses Leben nach dem Tod aussehen? Auch dazu hat der künftige Bürgermeister klare Vorstellungen. „Ich glaube, dass das Leben nach dem Tod anders sein wird als das Leben, das wir jetzt kennen“, sagt Rothmayer gegenüber dem OVB. „In meiner Vorstellung treffen wir unsere Liebsten wieder, die bereits von uns gegangen sind.“ Was wiederum Linken-Bezirksrat Klaus Weber (65), Sohn des legendären Kolbermoorer Totengräbers Siegfried Weber, anders sieht. „Das Konzept der Auferstehung ist mir völlig fremd“, sagt der 65-Jährige, der überzeugt ist: „Wir leben jetzt und sollten daher auch jetzt das Beste daraus machen.“ Denn Weber ist überzeugt davon, dass der Tod das Ende ist. „Wir werden nur in Gedanken der Hinterbliebenen weiterleben“, so der gebürtige Kolbermoorer, der glaubt, dass ihm der Beruf seines Vaters und das Aufwachsen am Friedhof eine andere Sicht aufs Thema Tod gegeben haben: „Ich habe überhaupt keine Angst vor dem Tod, wenn dann nur vor einem qualvollen Sterben.“
Dennoch kann er auch als nichtgläubiger Mensch dem Osterfest etwas abgewinnen – zumindest wenn er die Bibel „sozialkritisch“ betrachtet. „Ich bin bibelfester als die meisten Christen“, sagt Weber und lacht. „Und dass Jesus sich als Jude für sein Volk gegen die Römer aufgelehnt hat und die Römer trotz seines Todes keine Macht über ihn hatten, ist eine eindrucksvolle Botschaft“, findet der Linken-Politiker, der mittlerweile in Neuried im Landkreis München lebt.
Bibelfest – das kann sicherlich auch Dr. Matthias Kauffmann von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Aibling-Kolbermoor-Großkarolinenfeld von sich behaupten. Für ihn hat das Osterfest große Bedeutung, denn „Ostern schenkt uns das große, zentrale Wunder unseres Glaubens: Jesus überwindet den Tod“, sagt der 41-Jährige. Das Fest lade die Menschen ein, „wieder an große und kleine Wunder des Lebens zu glauben: kleine Fügungen des Alltags, aber eben auch Offenheit für das Unglaubliche“, sagt der Seelsorger, der überzeugt ist: „Ostern will uns lehren, wieder zu staunen.“
Er selbst glaubt ganz fest an ein Leben nach dem Tod, wobei er betont, dass Glaube kein Wissen, „sondern das tiefe Vertrauen darauf, dass Gott seine Versprechen hält“, sei. „Ich will einfach nicht, dass die Diktatoren unserer Welt das letzte Wort behalten“, sagt der 41-Jährige. „Ein Leben nach dem Tod verspricht mir, dass Jesus als Richter alles ,berichtigen‘ kann, was auf Erden schiefläuft. Er macht alles neu.“ Als Kind habe er „panische Angst“ vor der Frage, wie das Leben nach dem Tod aussehen könnte, gehabt: „,Ewiges Leben‘ – das erschien mir wie ,ewige Langeweile‘. Inzwischen glaube ich fest daran, dass wir uns die Ewigkeit bei und in Gott als ein glückliches Sein außerhalb von Zeit und Raum vorstellen dürfen“, sagt der evangelische Pfarrer. „Das können wir nicht denken. Das übersteigt unsere Vorstellungskraft. Aber wir können darauf neugierig sein.“
Auch für den katholischen Pfarrer Maurus Scheurenbrand (63) von der Stadtkirche Kolbermoor ist das Osterfest das wichtigste Fest im Kirchenjahr und „noch wichtiger als Weihnachten“. „Schließlich bekommen wir hier das Versprechen, dass es nach dem Tod weitergeht“, sagt der 63-Jährige, der bereits in einem Interview zu Weihnachten 2025 betonte: „Wenn ich vergleichen würde, dann spricht Weihnachten eher das Herz, Ostern dagegen den Verstand an.“
An das Versprechen, das den Christen dort in Form der Auferstehung gegeben wird, daran glaubt der Geistliche fest. „Das Leben hier auf Erden ist doch viel zu kurz“, sagt Scheurenbrand. „Da muss doch auch noch etwas danach kommen.“ Seine Vorstellung vom Leben nach dem Tod ist, dass „alles nur noch schön und hell“ sei. Scheurenbrand: „Es wird ein Dasein ohne Krieg und menschlichen Ärger sein, einfach leicht und unbeschwert.“