Mangfalltal – Eine Lücke zwischen dem Lernen im Betrieb und der Berufsschule, die die zwei wesentlichen Säulen der in Deutschland üblichen dualen Lehrlingsausbildung darstellen, soll die sogenannte Azubi-Akademie im Mangfalltal schließen. „Wir wollen mit dieser Einrichtung lebendiges Lernen fördern, das sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen auswirkt und ihr Selbstbewusstsein stärkt“, nennt Projektleiterin Caroline Deinert die wesentliche Zielsetzung des Schulungsangebots.
Prominente Unterstützung
und Anerkennung
Deinert ist Vorsitzende des Ortsverbandes Mangfalltal im Bund der Selbständigen in Bayern (BDS) und des Werberings Mangfalltal. Diese beiden Verbände, die 150 beziehungsweise 75 Mitglieder aufweisen, haben die Einrichtung im Februar vergangenen Jahres unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsidentin Ilse Aigner ins Leben gerufen.
Im vergangenen Jahr fand das erste Seminar in Kurzform statt, das von Februar bis Mai dauerte. Am 11. Mai dieses Jahres findet die Abschlussveranstaltung des Seminars statt, das im Herbst 2025 begann. 20 Lehrlinge aus elf verschiedenen Unternehmen nehmen am aktuellen Kurs teil, der sechs Termine umfasst. „Von der Gärtnerin bis zum Industriekaufmann, die teilnehmenden Lehrlinge bilden eine bunte Palette von Berufen ab“, berichtet Deinert.
Den Wert der Akademie hob die Landtagspräsidentin hervor, als sie im vergangenen Jahr den ersten Absolventen zum Abschluss gratulierte und von „einem Tag der Freude“ sprach. „Um unser System einer stabilen Fachkräfte-Ausbildung werden wir weltweit beneidet. Es wird durch die Azubi-Akademie noch verfeinert, die eine neue und zusätzliche Ausbildungsebene erschließt“, sagte Aigner.
Ziel von Caroline Deinert ist es, die Akademie bei den Betrieben noch bekannter zu machen und die Zahl der Auszubildenden, die sie besuchen, weiter zu steigern. Deshalb freut sie sich sehr, dass sie bei der Suche nach Teilnehmern für den im Herbst dieses Jahres startenden Kurs neben der Unterstützung von einheimischen Betrieben auch Hilfestellung von den Gemeinden Bruckmühl, Feldkirchen-Westerham und über den Kreisjugendring vom Landratsamt Rosenheim erhält.
Die 43-Jährige, die nach der Ausbildung zur Industriekauffrau Medienmanagement studiert hat und Mutter zweier Töchter ist, legt vor allem großen Wert darauf, dass für ein insgesamt sechs Termine umfassendes Seminar genügend gute Referenten zur Verfügung stehen. „Da machen wir uns wirklich viele Gedanken“, versichert Deinert, die freiberuflich auch als Coach arbeitet.
Zum Team der Dozenten zählt beispielsweise Maria Weber, Personalleiterin der Salus-Gruppe mit Stammsitz in Bruckmühl. Sie hält die Akademie für eine „sehr sinnvolle Einrichtung“, die unter anderem die Kommunikationsfähigkeit der jungen Menschen positiv beeinflusse und ihnen den richtigen Umgang mit Emotionen vermittle. „Die Auszubildenden lernen bei uns zum Beispiel, wie ich eine Ich-Botschaft richtig rüberbringe. Das ist wichtig für sie“, nennt Weber ein Beispiel.
Caroline Deinert verzichtet bewusst auf „Frontalunterricht“, bei dem die Lehrkraft dessen Verlauf dominiert und Inhalte präsentiert. In der Akademie befasse man sich vorwiegend mit betriebsübergreifenden Themen, sagt sie. „Wir wollen beispielsweise die Ausdrucksstärke der jungen Menschen verbessern oder ihnen die Furcht vor der künstlichen Intelligenz nehmen. Das ist eine unheimliche Bereicherung für die Teilnehmer“, weiß die Projektleiterin.
Die teilnehmenden Lehrlinge werden von den Betrieben für die einzelnen Module des Seminars freigestellt, die jeweils am Freitagvormittag stattfinden. Der Wert des Seminars besteht für Deinert auch darin, den Jugendlichen die Gelegenheit zur Selbstreflexion zu bieten. „Außerdem ist das eine gute Möglichkeit, sich zu vernetzen“, so die Projektleiterin.
Ein Gewinn für Lehrlinge
und Betriebe
Den Arbeitgebern, die sie unterstützen, ist sie „für die vielen positiven Rückmeldungen“ dankbar. „Sie sind nicht nur Arbeitgeber, sondern auch Begleiter und Wegbereiter für die nächste Generation von Fachkräften“, sagt sie.
Ein wenig Sorgen bereitet Deinert das niedrige Budget, das ihr momentan für das Projekt zur Verfügung steht. „Deshalb sind wir auf der Suche nach Sponsoren“, bekennt sie freimütig.
Betriebe, die Mitglied im BDS beziehungsweise im Werbering sind, dürfen ihre Auszubildenden zur Teilnahme anmelden. Auch Nichtmitglieder können allerdings Lehrlinge in die Akademie schicken. „Für sie wird eine Gebühr in Höhe von 250 Euro pro Lehrling und Schuljahr fällig“, erläutert die Projektleiterin.
Wer nähere Informationen über die Azubi-Akademie einholen möchte, kann sich mit Caroline Deinert per E-Mail unter cd@carolinedeinert.de oder telefonisch unter 0178/3346378 in Verbindung setzen.