Zum Bericht „Streit über Bürgerentscheid-Video eskaliert“ (Lokalseiten):
Wer sich am Montag, 30. März, also einen Tag nach der Stichwahl zum Bürgermeister, den jeweiligen Whatsapp-Status der drei Bürgermeisterkandidaten von Parteilosen, CSU und SPD und der beiden Teilnehmer der Stichwahl angesehen oder deren Posts auf Instagram verfolgt hat, mag sich verwundert die Augen gerieben haben. Was ist denn hier los?
Wenige Wochen und Tage nach monatelangem Wahlkampf zwischen Thomas Rothmayer (Parteilose), Leonhard Sedlbauer (CSU) und Christian Morgenroth (SPD) stellen sich die drei Kolbermoorer gemeinsam vor die Kamera und werben für die Teilnahme am Bürgerentscheid am 19. April. Bemerkenswert sind für mich dabei zwei Aspekte. Erstens: Allen Dreien liegt die bestmögliche Entwicklung der eigenen Heimatstadt am Herzen und nicht das eigene Ego. Schon der Wahlkampf war geprägt von gegenseitigem Respekt und sachlichen Diskussionen – eine echte Wohltat in der heutigen Zeit. Und zweitens: Sie rufen gemeinsam alle Kolbermoorer dazu auf, zur Abstimmung zu gehen.
Wie die drei das tun, ist abermals äußerst bemerkenswert. Sie beeinflussen nicht, sie verkneifen sich Seitenhiebe auf den dem Vernehmen nach vonseiten der BI doch recht emotionsgeladen geführten Kampf gegen den Start einer Bauleitplanung. Sie appellieren an alle wahlberechtigten Bürger, sich möglichst neutral zu informieren und dabei mehrere Perspektiven einzunehmen, um dann so abzustimmen, wie jeder selbst glaubt, dass es am besten ist für die Stadtentwicklung Kolbermoors.
Dass die Herren Rothmayer, Sedlbauer und Morgenroth oben Beschriebenes tun und wie sie es tun, finde ich ganz große Klasse. Gleichzeitig sollte dies zum Vorbild dienen für alle Parteivertreter in den Arbeitsgremien der nächsten sechs Jahre.
Johannes Peter
Kolbermoor