Kolbermoor – Es könnte ein ganzes Quartett werden, was dort in Kolbermoor in luftiger Höhe gerade ausgebrütet wird: Das Storchenpaar Kaira und Felix, das sich im Storchennest von Cindy Kock (43) aus Kolbermoor angesiedelt hatte, hat mittlerweile vier Eier im Nest liegen. „Bislang läuft‘s zwischen den beiden Störchen vorbildlich“, sagt Kock, die das Nestgeschehen über die Homepage www.storchennest-kolbermoor.de rund um die Uhr per Webcam für alle Menschen zugänglich macht. „Natürlich ist es dennoch immer ein Hoffen und Bangen. Aber eines, das wahnsinnig viel Freude bereitet.“
Eine absolute
Erfolgsgeschichte
Bis dato ist das Nest der 43-Jährigen, das sie im Herbst 2024 als Hort-Projekt gemeinsam mit Hortkindern realisiert hatte, eine absolute Erfolgsgeschichte. So konnten sich Natur- und Tierfreunde bereits im vergangenen Jahr über das erste Storchenpaar Kaira und Alexander erfreuen. Auch damals lagen vier Eier im Nest. Von den vier geschlüpften Storchenküken Pitti, Platsch, Mia und Hunter überlebten letztlich aber nur Pitti und Platsch. Ein völlig natürlicher Vorgang, wie Experten immer wieder betonen. So hatte Oda Wieding vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) 2025 gegenüber dem OVB deutlich gemacht, dass es „durchaus im Durchschnitt liegt“, wenn von vier nur zwei Küken durchkämen.
Und auch heuer stehen die Zeichen wieder auf Storchennachwuchs: Nachdem die letztjährige Störchin Kaira mit Felix einen neuen Partner gefunden hat, war in den vergangenen Tagen die Eiablage in vollem Gange. Am 8. April, 22.02 Uhr, lag das erste Ei im Nest. Ein Vorgang, den Kaira seitdem dreimal wiederholt hatte, sodass mittlerweile vier Eier vom Kolbermoorer Storchenpaar behütet werden. „Mit dem Brüten haben die Störche ab dem zweiten Ei begonnen“, weiß Cindy Kock zu berichten.
Auch wenn sie das ganze Naturspektakel bereits 2025 hautnah mitverfolgen konnte – für Cindy Kock hat die „Faszination“ keineswegs nachgelassen. „Ich finde das noch genauso spannend wie beim ersten Mal“, sagt die 43-Jährige, die allerdings festgestellt hat, dass es im Chat auf ihrer Homepage „ruhiger“ zugehe als noch 2025. Und auch sie selbst sei etwas entspannter geworden. „Wir wissen ja aus den Erfahrungen im letzten Jahr, wie das abläuft und was alles passieren kann“, sagt die Kolbermoorerin. „Jetzt ist es eher so, dass man viel mit Erlebnissen und Ereignissen aus dem vergangenen Jahr vergleicht.“
So habe sie das Gefühl, dass Storchen-Papa Felix im Vergleich zu Alexander, dem letztjährigen Partner von Kaira, viel mehr in seiner Vaterrolle aufgehe. „Er kümmert sich sehr um die Eier, ist auch beim Nestbau sehr aktiv gewesen“, berichtete Cindy Kock. Allerdings will sie den Tag nicht vor dem Abend loben, denn: „Nicht umsonst gibt es das Sprichwort ,Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr‘“, sagt die 43-Jährige und lacht.
So ist die Kolbermoorerin schon sehr gespannt, wie sich Felix beispielsweise bei der Nahrungsbeschaffung anstellt. Eine Aufgabe, bei der Alexander nicht immer ein gutes Bild abgegeben hatte. Rund 32 Tage werden die Eier nun ausgebrütet, ehe das erste Küken schlüpfen könnte. Ein Vorgang, den sie auch wieder in ihren Hort-Alltag eingebunden hat – dieses Mal in Form eines Kalenders, bei dem ein Storch von einem auf den nächsten Tag weitergeschoben werden kann. Nähert sich der Storch dann Mitte Mai, könnte bald das erste Küken das Licht der Welt erblicken, wie die zweifache Mutter verrät: „Ich denke, dass es am 12. Mai so weit sein wird, vielleicht auch schon am 11. Mai.“