Grüne Oasen statt Autostau

von Redaktion

Großer Andrang bei Filmvorführung von „Cycling Cities“ im Rathaus Kolbermoor

Kolbermoor – Warum fühlen wir uns in manchen Städten sofort wohl, während wir durch andere nur schnell hindurchhetzen? Dieser zentralen Frage ging vor einiger Zeit die Filmvorführung von „Cycling Cities“ im Rathaus Kolbermoor nach. Rund 60 interessierte Bürger sowie einige Kinder und mehrere Stadträte folgten der Einladung der Stadt Kolbermoor, dem Radltreff und dem Bund Naturschutz Kolbermoor, um gemeinsam einen neuen Blick auf den urbanen Raum zu werfen.

Der Journalist und Filmemacher Ingwar Perowanowitsch zeigte in seinem Werk eindrucksvoll, dass moderne Stadtentwicklung kein Verzicht ist, sondern ein enormer Gewinn an Lebensqualität. Der Film verzichtet auf den erhobenen Zeigefinger und setzt stattdessen auf inspirierende Beispiele aus europäischen Metropolen wie Paris.

Gleichberechtigung unter
Verkehrsteilnehmern

Wo früher Stoßstange an Stoßstange Stau herrschte, entstehen heute grüne Oasen, die als Begegnungsstätten für Nachbarn dienen und für natürliche Kühlung im Sommer sorgen. „Der öffentliche Raum ist viel zu wertvoll, um ihn nur zum Parken oder Durchfahren zu nutzen“, so das Fazit des Abends.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Zuschauer von der Vielschichtigkeit der aufgezeigten Konzepte. Es geht nicht allein um das Fahrrad, sondern um ein gleichberechtigtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer – von spielenden Kindern und Fußgängern über Menschen mit Seh- oder Gehbehinderung bis hin zum Lieferverkehr. Der Film machte Mut, den öffentlichen Raum als wertvollen Lebensraum für alle zurückzugewinnen, auch in Kolbermoor.

Dass das Thema den Nerv der Zeit trifft, bewies nicht nur der volle Saal, sondern auch die großzügige Spendenbereitschaft des Publikums: Über 260 Euro konnten als Anerkennung für den motivierenden Film an den Filmemacher überwiesen werden.

Ein wichtiges Signal war zudem die Anwesenheit einiger Stadträte. Um die Visionen des Films auf die eigene Heimat zu übertragen, wurden mehrere KI-generierte Bilder präsentiert. Diese zeigten eindrucksvoll, wie zum Beispiel das Rathausumfeld und die Carl-Jordan-Straße aussehen könnten, wenn man den Mut zur Veränderung aufbringt: Weg von reinen Verkehrsflächen, hin zu Orten mit hoher Aufenthaltsqualität, die den öffentlichen Raum den Menschen zurückgeben. Da die Verbesserung der Rad- und Gehwege in fast allen Wahlprogrammen verankert ist, wächst die Hoffnung, dass Kolbermoor in den kommenden sechs Jahren eine sichtbare Wandlung erfährt.

Film ist weiterhin
auf Youtube zu sehen

Der inspirierende Abend hat gezeigt: Die Vision für ein lebenswerteres Kolbermoor ist bereits da – jetzt braucht es nur noch den Mut zur Umsetzung. Wer keine Gelegenheit hatte, beim Vortrag dabei zu sehen, kann den Film unter dem Stichwort „Cycling Cities“ auch auf YouTube anschauen.

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