Kolbermoor – Der Klimawandel ist längst auch in der Region spürbar angekommen. Mit den Auswirkungen und der Vorbereitung des Mangfalltals auf kommende Wetterextreme befasste sich Georg Metz, Agraringenieur und Vorsitzender des noch relativ jungen Vereins „Rosenheimer Vielfaltsmacher in Stadt und Land“ zum Erhalt einer intakten Umwelt und Natur, in einem nachdenklich stimmenden Vortrag.
Anstrengungen
für mehr Klimaresilienz
Eingeladen hatte der Kolbermoorer Grünen-Ortsverband. Dessen Sprecher Uwe Reusche und Else Huber konnten zahlreiche Mitglieder sowie Bürger mit der Herzensangelegenheit „Klima und Umwelt“ im voll besetzten Nebenzimmer beim Brückenwirt in Kolbermoor begrüßen.
Klimaveränderungen wirken sich auf Menschen, Arten und Biotope, auf Boden und Landschaftsbilder sowie auf das regionale Klima aus. Städte neigen entsprechend ihrer Bebauung zu Hitzeinseln. Prognostiziert werden zunehmend trockene Sommer verbunden mit Hitzebelastung vor allem in innerstädtischen Bereichen, kurze Kälteabschnitte, verlängerte Vegetationsperioden, regionale Niederschlagsverteilungen und häufigere Starkregenereignisse.
Vermehrt können neue Arten von Tieren und Pflanzen sowie unbekannte Krankheitserreger und Schädlinge wie die Kirschenessigfliege, der Japankäfer und die Glasflügelzikade in Erscheinung treten. Kommunen, Unternehmen und Bürger sind gemeinsam gefordert, Ideen zu entwickeln, um die künftigen Herausforderungen des Klimawandels in der Region aktiv zu managen. Dazu gehören nach Ansicht von Georg Metz klimaresiliente Systeme für ein zukunftsweisendes Konzept. Dies kann beispielsweise durch Bäume zur Minimierung von Hitze in den Innenstädten oder eine funktionale Gestaltung von Gebäudeflächen durch Begrünung von Dächern und Hausfassaden geschehen. Kommunen müssen über den Tellerrand hinausblicken, da der Klimawandel nicht vor Grenzen Halt macht. Gefordert sind auch von Unternehmern und Planern strategische Entscheidungen, ob Standorte klimaresilient ausgebaut werden können. Entscheidend sind Überlegungen, ob Wohnungen und Häuser in jahrhundertealten Überschwemmungsgebieten gebaut werden sollten.
Klimaresiliente Umbauten in der Region machen professionelles Programm- und Informationsmanagement mit größeren Planungseinheiten notwendig. Klare Ziele zur Vorbereitung auf Wetterextreme in Zeiten des Klimawandels bedeuten noch viel gemeinsame Arbeit.
Strategische Planung
für die Zukunft
Dazu zählen das Sammeln technisch möglicher Maßnahmen und das Setzen von Einzelprojekten nach Budget, Priorität, Nutzen und Fertigstellungsdatum. Hilfreich können ein Entscheidungsgremium und die Erstellung von regionalen Investitionsplänen bezogen auf Klimaresilienz sein.