Langsam muss es auch mal wieder gut sein

von Redaktion

Zu den Berichten über den Bürgerentscheid in Kolbermoor (Lokalseiten):

Eine faire Abstimmung war nicht allen gegeben, bei uns in Kolbermoor Süd bekamen viele gar keine Wahlbenachrichtigung, auch der QR-Quode für die Briefwahlanforderung bei der Gemeinde funktionierte nicht zuverlässig. Verwirrend war auch die Fragestellung: Mit „Nein-äh-Ja“ dagegen stimmen. Oder Nein- dafür stimmen – wie jetzt?

Ich ziehe meinen Hut vor den Kolbermoorern, die sich gründlich in die Materie einarbeiteten und den Bürgerentscheid anstießen. Der Bauträger hatte zeitgleich mit größeren und professionellen PR-Mitteln natürlich eine ganz andere Reichweite und Werbekraft. Zentrale Fragen bleiben: Was heißt „bezahlbar“ bei 140 Stadt-Wohnungen konkret? Ist es für einen Bauträger, Bürgermeister und Menschen mit geringerem Einkommen dasselbe? Warum nicht konsequent auf bereits erschlossene Alternativen im Ort setzen (Conradty, obere und untere Mangfallstraße), statt ein wichtiges Ökosystem zu opfern?

Die Aussage von Herrn von Bredow, diejenigen, welche mit „Ja“ stimmen, wären gegen Wohnungen, Altenheim, Kita und Wachstum, ist falsch. „Ja-Wähler“ stehen für eine verantwortungsbewusste, kosteneffiziente, ökonomische Nutzung der bereits vorhandenen Flächen in Kolbermoor. Auch ein Jugendzentrum wäre nötig. Die Sharing-Idee wäre super im innerstädtischen Bereich.

Keine Frage, Herr von Bredow ist ein Fachmann, doch auch er ist gewissen Naturgesetzen eines moorigen Bodens unterworfen. Es zeigt sich erst, nachdem alles aufgerissen wird. Das kann nicht ersetzt werden, durch Rollrasen und Baumsetzlinge. Spazieren wir zukünftig durch Wohnblöcke und Gewerbegebiete? Ich wünsche mir Transparenz und gesundes Wachstum mit Weitblick für die Zukunft Kolbermoors.

Brita Halder

Kolbermoor

Es gab einen Bürgerentscheid, dieser hat das Quorum nicht erreicht – basta. Es darf weiter geplant werden. Wenn eine Gemeinde oder Stadt ein Grundstück kauft, ist es auch ziemlich logisch, dass sie dieses auch bebauen beziehungsweise weiterverkaufen möchte. Es wäre auch ziemlich unverantwortlich und unwirtschaftlich, dies nicht zu tun.

„Wer zahlt schafft an!“ Natürlich wird in Kolbermoor weiter verdichtet. Das merkt man überall (Conradty-Gebiet, Mangfallring und so weiter). Dass unsere Städte in Bayern wachsen, ist positiv zu sehen. Besonders das Seniorenheim und den günstigen Wohnraum sehe ich als elementar wichtig für eine gute Entwicklung. Bereits im Vorfeld und nun auch nach der Wahl hier Verschwörungstheorien und Wahlmanipulation zu vermuten, halten ich für einen Stil, den wir eher aus dem nordamerikanischen Raum kennen. Schade, dass wir das nun auch in unserem beschaulichen Ort erleben.

Stephan Klimke

Kolbermoor

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