Kolbermoor – Ein Höhepunkt der vergangenen Stadtratssitzung unter der Leitung von Bürgermeister Peter Kloo war die Verleihung der Bürgermedaille. Er bedankte sich im Namen der Stadt bei drei Menschen, die durch ihr ehrenamtliches Engagement Kolbermoor noch lebenswerter gemacht haben, wie er betonte. Dr. Berthold Suldinger, Franz Schrank und Veronika Gmeiner erhielten diese Auszeichnung. „Wir stehen hier nicht allein, sondern eigentlich für alle in der Stadt, die sich in irgendeinem Ehrenamt engagieren“, sagte Dr. Berthold Suldinger während der Sitzung des damaligen Kolbermoorer Stadtrates.
Ehrenamt als
Kitt der Gesellschaft
Dass das Ehrenamt ein unverzichtbarer Akteur in unserer heutigen Gesellschaft ist, musste Bürgermeister Peter Kloo auf dieser Stadtratssitzung nicht eigens betonen: Er hat dies über seine ganze Amtszeit hinweg als seine feste Überzeugung immer wieder aufs Neue hervorgehoben. Und dies nicht nur, weil es viele Angebote einer mitmenschlichen Unterstützung ohne Ehrenamt gar nicht gäbe, da die Kommunen sie finanziell einfach nicht stemmen könnten. Sondern auch, weil das Ehrenamt das Lebensgefühl einer Gesellschaft schon durch sein bloßes Dasein positiv verändert: Es trägt dazu bei, dass das gemeinsame Leben nicht zu einem Nebeneinanderherleben von Egoisten und Egomanen verkümmert, sondern dass immer wieder etwas vom Gedanken einer Lebensgemeinschaft zu spüren ist, die von Empathie geprägt wird.
Die drei jetzt Geehrten sind, das betonte Peter Kloo, geradezu ideale Beispiele für ein engagiert gelebtes Ehrenamt.
Mit Herz und Tatkraft
für die Inklusion
Veronika Gmeiner ist zum Beispiel seit 2014 die Behinderten- und Inklusionsbeauftragte der Stadt. Sie sah das Amt nie als eine Tätigkeit, bei der es genüge, bei öffentlichen Gelegenheiten schöne Worte über die Notwendigkeit der Inklusion zu verbreiten, wie Peter Kloo betonte. Für Veronika Gmeiner war Inklusion eine Lebensaufgabe, und das nicht nur wegen ihrer persönlichen Lebenslage. Sondern vor allem auch, weil sie stets ein großes Herz für ihre Mitmenschen gehabt habe und ihr Mitfühlen sich bei ihr immer in tatkräftigem Einsatz manifestiere.
So sehe sie sich auch sehr wohl als direkte und unmittelbare Ansprechpartnerin für alle Menschen mit Einschränkungen, wobei ihre Unterstützung sich auch bis zur Hilfestellung bei Antragstellungen erstrecke. Von ihrem Charakterzug des Anpackens statt Abwartens, so Peter Kloo, habe aber auch die ganze Vereinslandschaft in Kolbermoor profitiert: Es habe im Grunde kein Fest in Kolbermoor gegeben, an dem Veronika Gmeiner nicht in irgendeiner Weise mitgewirkt habe.
Auch Dr. Berthold Suldinger war in gewisser Weise im Dienst der Stadt tätig, und das nicht nur als Stadtrat, dem er 28 Jahre lang angehörte. Er war seit 2014 auch der ehrenamtliche Seniorenbeauftragte der Stadt. Und wie bei Veronika Gmeiner hatte die Stadt auch hier einen echten Fachmann als Beauftragten gewonnen: Ist es bei Veronika Gmeiner die eigene Lebenssituation, so war es bei Berthold Suldinger die langjährige Erfahrung als Allgemeinarzt, die seinem Einsatz für die Senioren echte Expertise verlieh. Nicht zuletzt ihm, so Peter Kloo, verdanke die Stadt, dass die Verbesserung der Lebensqualität älterer Mitbürger in Kolbermoor nicht nur ein schöner Vorsatz bleibe, sondern handfest umgesetzt werde.
Auch der dritte Geehrte, Franz Schrank, kann als beispielhaft für die von Peter Kloo vertretene Überzeugung gelten, dass eine Stadt nur dann lebendig ist, wenn sich die Menschen in ihr treffen, anstatt vereinzelt vor sich hin zu leben. Franz Schrank war 26 Jahre in der Vereinsführung des Siedlervereins, davon 22 Jahre als Erster Vorstand, und hat in dieser Zeit viel für das Zusammenleben getan. 18 Jahre lang – von 1996 bis 2014 – hat er diesen Gedanken als Stadtratsmitglied und Zweiter Bürgermeister in die ganze Stadtgesellschaft hineingetragen.
Motor für
Gemeinschaft und Europa
Seine Verdienste um Gemeinsamkeit gehen auch weit über Kolbermoors Stadtgrenzen hinaus: Franz Schrank war 2001 Mitinitiator bei der Gründung des Ringes der Europäischen Schmiedestädte. Das Besondere an diesem Ring: Er ist mit seinen 18 Gemeinden aus elf Nationen tatsächlich eine gesamteuropäische Idee. Und für Franz Schrank wie auch für Peter Kloo ist es klar: Europa lebt nicht nur von Brüssel und großen Entscheidungen, es sind Aktivitäten an der Basis, die den europäischen Gedanken und im Grunde jedes Gemeinwesen am Leben erhalten.