Kolbermoor – „Menschen, die wir lieben, bleiben für immer, denn sie hinterlassen Spuren in unseren Herzen.“ Mit diesen gefühlvollen Worten verabschiedeten sich die Angehörigen in einer Traueranzeige von Dagmar Badura. Die lebensfrohe, stets offenherzige und sympathische Frau ist Ende April im Alter von 68 Jahren gestorben. Badura hinterlässt tiefe Spuren und ihr Tod sorgt für große Trauer und Bestürzung in ihrem Umfeld. Erst vor vier Jahren hatte sie sich in den Ruhestand verabschiedet. Nun, nach schwerer Krankheit, ist sie für immer gegangen.
Verantwortlich
für etliche Projekte
Auf Dagmar Badura trifft gerade in Kolbermoor das zu, was man über große Persönlichkeiten gerne zu sagen pflegt: „Die kannte wirklich jeder!“ Eine echte Marke, eine Sympathieträgerin, eine Menschenfängerin. In der Mangfallstadt war sie eine echte Institution. Was Peter Kloo, gerade erst nach 24 Jahren aus dem Amt des Bürgermeisters ausgeschieden, zweifelsfrei bestätigt. „Sie hatte die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen“, sagt er gegenüber dem OVB. Viele Jahre habe er mit Badura zusammengearbeitet. Immer habe sie für die Arbeit gelebt.
Weggefährtin: „Immer
offen, immer klar“
„Ich bin bekannt wie ein bunter Hund“, hatte sie selbst vor Jahren einmal gesagt und dabei betont, dass die Menschen ein Gesicht hinter den vielen Angeboten in Kolbermoor bräuchten. Und genau für diese Vielseitigkeit stand sie.
Peter Kloo erinnert sich noch gut an die Zeit um die Jahrtausendwende, in der die Kommune in das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ eingetreten war. „Wir haben damals Personal gesucht und mit dem Begriff ‚Quartiersmanagement‘ konnte niemand etwas anfangen.“ Als man dies in die Hände der Diakonie gab, stieg Dagmar Badura, angestellt beim Wohlfahrtsverband, 2004 in Kolbermoor ein. „Sie war die erste, die wusste, was Quartiersmanagement wirklich ist, nämlich netzwerken.“ Eine Aufgabe, die offenbar maßgeschneidert für die „Netzwerkerin vor dem Herrn“ war, wie Kloo betont.
„Sie war einfach spitze und hat so viele Angebote geschaffen“, sagt der Altbürgermeister über die Siegsdorferin und nennt beispielhaft die Migrationshilfe oder die Unterstützung für Senioren, die etwa Hilfe bei gewissen Anträgen benötigten. Hausaufgaben-Hilfe, Schmiede-Projekte, Berufstraining, Einzelberatungen und und und. „Sie hatte für alles und jeden ein offenes Ohr“, betont Kloo. 18 Jahre lang war sie Quartiersmanagerin und Leiterin des Bürgerhauses Mangfalltreff. Beispielhafte Projekte waren zudem die Jugendarbeit sowie die Tafel, „die sie aufgebaut hat“, sagt Kloo. Er erinnert sich an ihr unbändiges Engagement und an die vielen Ideen, etwa die der geschmiedeten Abfallkörbe, die aus einem Projekt entstanden, das arbeitslosen Jugendlichen handwerkliches Arbeiten näherbringen sollte.
„Ich war sehr bestürzt, als ich davon erfahren habe“, sagt Kloo über die Frau, die sich in Kolbermoor so verwurzelt fühlte und die später auch dorthin zog. „Uns macht das alle sehr betroffen“, stellt auch Christian Poitsch, Leiter des Stadtmarketings und Sprecher der Stadt Kolbermoor, klar. In der gesamten Stadtverwaltung hätte man die engagierte Frau überaus geschätzt. Als wertvolle Kollegin und insbesondere als einen besonderen Menschen. Poitsch nennt beispielhaft ihr großes Engagement für die Schmiedekunst und die entsprechende Biennale. Mit großer Trauer hat auch Martina Mauder vom Tod Baduras erfahren. Die Pastoralreferentin, die bis vor wenigen Jahren in Kolbermoor arbeitete, lernte Badura 2010 über die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) kennen. „Sie war immer offen, immer klar, immer strukturiert“, erinnert sie sich an die „unglaubliche Netzwerkerin“, wie sie auch von Mauder bezeichnet wurde.
Zunächst entstand beruflich der Kontakt über Themen, die die Kolbermoorer Tafel betrafen, später im Bereich der Flüchtlingshilfe. „Irgendwann haben wir angefangen, uns alle paar Monate zum Mittagessen zu treffen“, sagt Mauder über Badura, mit der ein freundschaftliches Verhältnis entstanden sei. Und so habe Badura auch zuletzt ganz offen mit ihr über ihren verschlechterten gesundheitlichen Zustand gesprochen. Und darüber, wie sie ihren letzten Weg gehen möchte.
Erinnerungen auf
Herzen verewigen
Am kommenden Dienstag findet die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung um 10 Uhr auf dem neuen Friedhof Kolbermoor am Rothbachl statt. Klar ist: Durch ihren Tod hat Dagmar Badura eine tiefe Lücke in ihrem Umfeld gerissen. Oder anders: „Menschen, die wir lieben, bleiben für immer, denn sie hinterlassen Spuren in unseren Herzen.“ Und passend dazu wird es bei der Beerdigung für alle Anwesenden die Möglichkeit geben, auf Papierherzen persönliche Erinnerungen an Dagmar Badura zu schreiben.