Freude um Küken und Sorge um Nachzügler

von Redaktion

Im Kolbermoorer Storchennest ist das erste Küken geschlüpft. Während die Freude über den Nachwuchs groß ist, wächst die Sorge um einen Nachzügler, der sich noch im Ei versteckt. Nest-Bauerin Cindy Kock erlebte den Moment live mit.

Kolbermoor – Die Freude war riesig bei Cindy Kock (43), als am 11. Mai das erste Storchenküken im Kolbermoorer Storchennest die Eierschale durchstieß. Live war die Nest-Initiatorin beim Schlüpfen vor der Kamera dabei und hielt übers Handy Kollegen und Kindergarteneltern auf dem aktuellen Stand. „Als das Küken es aus dem Ei geschafft hat, jubelte ich mit den Händen in der Luft“, erinnerte sich Kock lachend an das Schauspiel.

„Wir hoffen, dass
alle Küken durchkommen“

„Ich dachte, die Freude aus dem vergangenen Jahr ließe sich nicht mehr toppen, aber das Gefühl, den Küken beim Schlüpfen zuzusehen, ist einfach wieder unbeschreiblich“, erzählt die Kindergärtnerin weiter. Inzwischen ist auch das dritte Küken geschlüpft. Spannend wird nun, ob und wann Küken Nummer vier es seinen älteren Geschwistern gleichtut.

„Wir sind uns nicht sicher, ob das Ei ein kleines Loch hat oder ob es nur Dreck ist, den man darauf sieht“, erklärt Kock. Wenn noch ein Küken unbeschadet im Ei sitzt, hofft Kock, dass es heute oder morgen schlüpft. Ansonsten könnte es der Nachzügler schwer im Nest haben.

Wird der Abstand zu groß, in dem das erste und das letzte Küken schlüpfen, wird es für die Storcheneltern schwierig, sich gut um alle zu kümmern. Das jüngste Küken ist schwächer als die anderen, wird darum schnell verdrängt und kommt beim Füttern zu kurz. „Am Ende wird selektiert, so will es leider die Natur”, weiß Kock.

Auch im vergangenen Jahr lagen vier Eier im Nest. Von den vier geschlüpften Storchenküken Pitti, Platsch, Mia und Hunter überlebten letztlich aber nur Pitti und Platsch. Ein völlig natürlicher Vorgang, wie Experten immer wieder betonen. So hatte Oda Wieding vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) 2025 gegenüber dem OVB deutlich gemacht, dass es „durchaus im Durchschnitt liegt“, wenn von vier nur zwei Küken durchkämen.

„Aber wir hoffen, dass alle Küken gut durchkommen”, so die Storchenexpertin weiter. Außerdem kümmern sich die Storcheneltern Kaira und Felix „hervorragend” um den Nachwuchs. Fast zu harmonisch erscheint Expertin Kock das Verhalten der beiden. Vor allem nachdem Storch Alexander sich im Vorjahr nicht unbedingt in jeder Lebenslage wie ein Vorzeigepapa verhalten hat.

Kock und die Kindergartenkinder hoffen nun, dass es auch das Wetter in den kommenden Tagen gut meint mit den kleinen Störchen: „Kälte macht den Tieren nichts aus, aber dafür die Nässe umso mehr”, erklärt Storchenexpertin Kock: „Sind Federkleid und Nest durchgängig feucht, kann Storchenmama Kaira ihre Schützlinge nicht ausreichend warm halten. Das kann für die Kleinen auch gefährlich werden.

Es sieht gut aus
für die Jungstörche

Aber aktuell sieht es gut aus für die Störche. Für die Zuschauer wird es aber wohl erst in zwei bis drei Wochen richtig interessant im Nest: Aktuell sitzt Storchenmama Kaira viel und hält die Küken warm, die gerade noch viel Schlaf und Ruhe benötigen. Sobald sie ein wenig größer sind, tut sich dann mehr im Nest und es spielt sich manch lustige Szene zwischen den gefiederten Geschwistern ab: In spielerischer Rivalität pieksen sich die Kleinen gegenseitig in die Flügel, schnappen nach Futter und erkunden neugierig ihr kleines Zuhause über den Dächern von Kolbermoor.

Gemeinsam mit einigen Kindern aus der Kolbermoorer Kita Wiederkunft Christi hat Kock 2024 das Storchennest gebaut. Als Tochter eines begeisterten Vogelzüchters haben es ihr die gefiederten Tiere schon immer angetan. Als Erzieherin weiß sie, welche Faszination die „majestätischen Tiere“, die die Störche nun mal sind, auf die Kinder ausüben. Nicht zuletzt haben es auch ihr, als Tochter eines begeisterten Vogelzüchters, die gefiederten Nestbewohner schon immer angetan. Schon im vergangenen Jahr konnten die Kitakinder über eine Webcam am Nest „die Natur hautnah miterleben und sich über den Storchnachwuchs freuen“.

Ursprünglich als Fachkräfteprojekt gestartet, hatte sich eine Initiative rund um den Weißstorch zu einem umfassenden Umweltbildungsprojekt entwickelt. Kock, die als treibende Kraft hinter dem Projekt steht und den Prozess mit der Kinderhortgruppe begleitet hat, legt besonderen Wert auf den pädagogischen Ansatz. Gleichzeitig ist sie unglaublich stolz, „etwas so Schönes gemeinsam mit den Kitakindern geschaffen zu haben“. Nie hätte sie gedacht, dass die Störche das Nest so schnell so gut annehmen: „Eigentlich dauert es mindestens zwei Jahre, bis sich die Vögel in einem neuen Nest richtig wohlfühlen“, weiß die Expertin. Nun darf sie schon die zweite Brut von Storchenmama Kaira im bewährten Heim miterleben.

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