Kolbermoor – „Ich wünsche mir, dass wir im neuen Stadtrat in den kommenden Jahren nicht zuerst fragen: Was trennt uns? Sondern: Was können wir gemeinsam erreichen?“ Mit diesen Worten beschrieb Bürgermeister Thomas Rothmayer (Parteifreie Kolbermoor) die Haltung, die die Stadtratsarbeit in der jetzigen Sitzungsperiode bestimmen soll. Er beschwor den Stadtrat, auch in Zukunft untereinander respektvoll und den Fakten gegenüber redlich zu sein.
Diese Tugenden beizubehalten, sei in einer Zeit, in der gemeinsame Diskussionen oft durch einseitige Meinungsäußerungen ersetzt werden, die zudem immer lauter, schriller und aggressiver würden, ungeheuer wichtig. Dies sei ein positives Signal und gewissermaßen ein lokaler Gegenentwurf zu einem allgemeinen Trend. Nur so – mit Offenheit und dem Bemühen, wo immer möglich Brücken zu bauen – könne man tatsächlich dem Vertrauen gerecht werden, das die Bürger Kolbermoors mit ihrer Wahlentscheidung in den Stadtrat gesetzt hätten.
Wirtschaftliche Stärke und
Lebensqualität im Fokus
Schließlich – hier zitierte Thomas Rothmayer den Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt – gelte: „Demokratie besteht aus der Debatte und anschließender Entscheidung aufgrund der Debatte“. Und nur in dieser Haltung sei das, was Kolbermoor ausmacht – eine starke Stadt zu sein, mit Geschichte, mit wirtschaftlicher Kraft und großem ehrenamtlichen Engagement – zu bewahren und erfolgreich in die Zukunft zu tragen.
In der praktischen Arbeit des Stadtrates bedeute das, viele Ziele gleichzeitig im Auge zu behalten, nicht zuletzt die Sicherung einer starken wirtschaftlichen Basis. Gewerbe und Handel schafften Arbeitsplätze, Ausbildungsmöglichkeiten und vor allem finanzielle Handlungsspielräume. All dies seien unabdingbare Voraussetzungen für das große Ziel, Kolbermoor über alle Generationen hinweg lebenswert zu machen. Für die Älteren heiße das Sicherheit und vor allem Teilhabe am öffentlichen Leben in der Stadt, für die Jüngeren, bezahlbare Perspektiven für sich und die Kinder zu haben. Und für die Jugendlichen wiederum das Bewusstsein, nicht nur verwaltet zu werden, sondern sich aktiv und in eigener Verantwortung in die Entwicklung der Stadt einbringen zu können.
Ziele, die der Stadtrat natürlich nicht alleine erreichen könne, es brauche die Unterstützung von Wirtschaft und Gewerbe, vor allem aber brauche es die Mitarbeit aller Kolbermoorer im Ehrenamt, dessen Heimat sehr oft die Vereine sind. Deshalb, so Thomas Rothmayer, sehe er die Förderung von Sport, von Kultur und dem Ehrenamt als zentrale Aufgabe: „Nicht als freiwillige Nebensache, sondern als Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt unserer Stadt“.
Im Grunde sei vieles, so sagte Thomas Rothmayer in den Worten, mit denen er Peter Kloo (SPD) als seinen Vorgänger verabschiedete, die Fortführung dessen Lebenswerkes: Er habe Ideen zur Realität werden lassen, Perspektiven zu handfesten Plänen und damit die Stadt zu einer lebendigen, lebenswerten und zukunftsfähigen Gemeinschaft gemacht. Dennoch, so stellte Thomas Rothmayer fest, wolle er es nicht bei einem einfachen „Weiter so“ belassen: „Du hinterlässt große Fußstapfen. Ich bin froh, meine eigenen hinterlassen zu wollen, um nicht in Deine treten zu müssen.“ In einer Eigenschaft sei Peter Kloo aber auf jeden Fall ein dauerhaftes Vorbild: „Du warst mehr als nur unser Bürgermeister. Du warst immer Mensch.“
Dank an
Vorgänger Peter Kloo
In das Amt des Zweiten Bürgermeisters wählte der Stadtrat Leonhard Sedlbauer (CSU), Dritte Bürgermeisterin ist Caroline Schwägerl (Grüne). Zum Seniorenbeauftragten wurde erneut Berthold Suldinger (SPD) gewählt, auch Vroni Gmeiner stellt sich noch einmal für das Amt der Inklusionsbeauftragten zur Verfügung. Bei der Wahl zur Jugendbeauftragten setzte sich Johanna Bössl (Die Linke) gegenüber Anna-Lena Rosner (Grüne) durch.