Phishing-Attacke in Kolbermoor

von Redaktion

Betrüger haben per E-Mail versucht, an sensible Daten eines 67-jährigen Mannes aus Kolbermoor zu gelangen. Die angebliche Nachricht der Stadtverwaltung kündigte einen Hausbesuch zur Rauchmelderprüfung an. Der Mann durchschaute den Betrugsversuch und reagierte richtig. Verbraucherschützer geben Tipps zum Schutz.

Kolbermoor – Per E-Mail, angeblich verschickt von der Stadtverwaltung, haben Betrüger jetzt versucht, an die Daten eines Kolbermoorers zu kommen. Allerdings ohne Erfolg: Denn dem 67-Jährigen kam die E-Mail mit dem Titel „Brandschutz Deutschland 2026 – Informationen zum Hausbesuch“ nach eigenen Angaben „gleich komisch“ vor, weshalb er sich direkt mit der Kolbermoorer Stadtverwaltung in Verbindung setzte. Ergebnis: Hinter der Mail steckt eine dreiste Phishing-Attacke bislang unbekannter Ganoven, die versuchen wollten, wertvolle Daten abzugreifen.

Angebliche Strafzahlung soll Druck erhöhen

Als OVB-Mitarbeiter Matthias Riediger jüngst sein E-Mail-Postfach checkte, stieß dem 67-Jährigen sofort die E-Mail mit der Betreffzeile „Benachrichtigung über einen Hausbesuch“, gesendet von „Mitteilung Ihrer Stadtverwaltung“, ins Auge. „Ihre Stadtverwaltung wird in den kommenden Wochen Haushalte in Ihrer Umgebung besuchen, um zu prüfen, ob Rauchmelder installiert sind und ordnungsgemäß funktionieren“, teilten die Verfasser mit und kündigten zudem an, dass Riedigers Haushalt „ab dem 13. Mai 2026 für einen Besuch vorgesehen ist“.

Um den Druck auf die Empfänger zu erhöhen, brachten die Absender dann auch noch eine mögliche Strafzahlung ins Spiel. So war dort zu lesen, dass „Haushalte ohne funktionierenden Rauchmelder“ zum Zeitpunkt des Besuchs „eine Gebühr von 500 Euro“ auferlegt werden könne. Anschließend dann der Phishing-Versuch: Über eine Schaltfläche beziehungsweise einen angehängten Link wurde Matthias Riediger dazu aufgefordert, verschiedene Angaben zu bestätigen.

„Ich habe den Link natürlich nicht angeklickt“, sagt der Kolbermoorer, dem die E-Mail schon ab der ersten Zeile seltsam vorgekommen war. Denn als Anrede verwendeten die Absender „Hallo Matthias“, was nach Einschätzung des OVB-Mitarbeiters „die Stadtverwaltung Kolbermoor sicherlich nicht machen würde“. Weitere Indizien für den 67-Jährigen, dass hinter dem Schreiben Betrüger stecken, waren „der kurzfristige Termin“ sowie seine Erfahrungen, dass Mitteilungen des Liegenschaftsamts der Stadt Kolbermoor grundsätzlich per Brief oder per Aushang kämen.

Die Stadt selbst hat erst durch Riedigers Anruf von der Phishing-Attacke in ihrem Namen erfahren und daraufhin eine Warnung auf ihrer Homepage veröffentlicht. Mit ähnlichen Betrugsversuchen im Namen der Kommune sei die Stadt immer wieder konfrontiert, wie Stadtmarketingleiter und Stadtsprecher Christian Poitsch verrät: „Es kommt immer wieder vor, dass ortsansässige Firmen Mails bekommen, in denen eine angebliche Publikation der Stadt angekündigt wird und um Anzeigen dafür geworben wird.“

Poitsch betont, dass – beispielsweise im Falle einer Rauchmelderprüfung – städtische Mieter stets per Brief durch die Stadt informiert werden. Und in der Regel auch mit größerer Vorlaufzeit. Der Stadtsprecher rät Betroffenen, bei E-Mails, bei denen Zweifel an der Seriosität bestehen, auf keinen Fall einen Link anzuklicken oder persönliche Daten preiszugeben.

„Wer unsicher ist, kann natürlich bei uns anrufen unter der zentralen Nummer 08031/2968100 und wird dann an die jeweils zuständige Sachbearbeiterin oder den zuständigen Sachbearbeiter weiterverbunden und die Angelegenheit kann so schnell geklärt werden“, so Poitsch. Ein weiterer Tipp des Stadtangestellten: „Bei anderen Fake-Absendern ruhig auch mal die E-Mail oder das Anschreiben der Polizei melden. Gerade auch, wenn Geldbeträge gefordert oder angedroht werden.“

Wobei „Absender“ ebenfalls ein gutes Stichwort ist. So rät der Stadtsprecher zudem, „grundsätzlich, wie bei jeder E-Mail, mal den Absender“ anzuschauen: „Dann ist meistens schon ganz offensichtlich, dass es sich nicht um die Stadt handelt.“ Was auch in diesem Fall deutlich wird. Denn als Absender war zwar „Mitteilung Ihrer Stadtverwaltung“ angegeben, daneben aber auch die direkte E-Mail-Adresse des Absenders „ud.somae@morningsnowtail.hair“, die mit einer offiziellen Stadtadresse in keiner Weise in Verbindung gebracht werden kann.

Warnung vor
derartigen Schriftstücken

Ratschläge, die auch die Verbraucherzentrale gibt. So hat die Organisation auf ihrer Homepage unter dem Titel „Betrug: Phishing-Mails und falsche SMS von Ministerien und Behörden“ erst jüngst eine Warnung vor derartigen Schriftstücken veröffentlicht. „Achten Sie bei unerwartet erhaltenen E-Mails immer auf die Absenderadresse! Klicken Sie nicht unbedacht auf Links und antworten Sie nicht auf die Nachrichten“, raten die Verbraucherschützer, die einen weiteren Tipp haben: „Fragen Sie im Zweifel bei der tatsächlichen Behörde, Einrichtung oder Firma nach.“

Stichwort „Phishing“

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