Millionen-Investition trotz „Bauchschmerzen“

von Redaktion

SV-DJK plant zwei große Bauprojekte – Großer Rückhalt für Vereinsführung bei Hauptversammlung

Kolbermoor – Nicht am Status quo verharren, sondern den Sportverein zukunftsfähig machen: Diesen Kurs hat der SV-DJK Kolbermoor auf seiner Jahreshauptversammlung ausgerufen. Im Zentrum stehen dabei zwei millionenschwere Projekte, die von den rund 100 anwesenden Vereinsmitgliedern mit großem Applaus bedacht worden sind. Auch wenn eines der Projekte bei den SV-DJK-Verantwortlichen durchaus auch „Bauchschmerzen“ ausgelöst hat.

Solide
Finanzlage

Voraussetzung für jede Investition: eine gesunde Finanzlage. Und die ist beim mit 3.312 Mitgliedern (Stand Mai 2026) größten Verein im Landkreis Rosenheim scheinbar gegeben, wie Franz Christange, Vorstand Finanzen, deutlich machte. So konnte der Verein beispielsweise im Jahr 2024 einen Überschuss von fast 90.000 Euro erwirtschaften, auch für das Jahr 2025 steht ein Plus von fast 24.000 Euro auf der Abrechnung. Und das, obwohl die SV-DJK-Spitze im Haushaltsplan nur mit einem Überschuss von knapp 7.000 Euro gerechnet hatte. „Wir planen sehr konservativ“, machte Christange angesichts der Zahlen deutlich. Ein Kurs, den die Mitglieder goutieren und daher den Vorstand ohne Gegenstimme entlasteten.

Digitalisierung
im Blick

Doch in den kommenden Jahren stehen beim SV-DJK nicht nur eine konservative Haushaltsplanung, sondern auch hohe Investitionen im Mittelpunkt: Denn neben einer Modernisierung und Automatisierung bei den Verwaltungsprozessen (Christange: „Im gesamten Bereich Digitalisierung müssen wir ganz dringend etwas tun.“) plant die Vereinsspitze zwei kostenintensive Baumaßnahmen, die den Verein für die Zukunft rüsten sollen.

Zentrales Projekt: der Umbau und die Erweiterung des Vereinssitzes an der Aiblinger Straße. Denn die Geschäftsstelle sowie die dortigen Sporteinrichtungen sind nach Angaben von SV-DJK-Vorsitzender Sabine Balletshofer-Wimmer schon lange nicht mehr den hohen Mitgliederzahlen angemessen. „Mit über 3.000 Mitgliedern haben wir mittlerweile einen gewaltigen Verwaltungsakt“, berichtete die Vorsitzende auf der Hauptversammlung im Maireissaal. „Die Buchhaltung muss beispielsweise im Schiedsrichterkammerl gemacht werden. Diese Arbeitsbedingungen sind einfach nicht mehr in Ordnung.“ Nur dem Personal sei es zu verdanken, dass die Organisation des Vereins in der Vergangenheit „in dieser Qualität“ stattfinden konnte.

Die Vereinsführung hat bei einem Architekturbüro bereits Pläne für Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen auf dem Areal in Auftrag gegeben. Erste Entwürfe dazu wurden nun bei der Hauptversammlung präsentiert. Nach derzeitigem Stand soll der Bereich, den derzeit hauptsächlich die Fußballer nutzen, zu einer modernen Geschäftsstelle erweitert werden, die Fußballer auf dem Gelände dafür neue und zeitgemäße Räumlichkeiten bekommen. Was ganz im Sinne der Fußballabteilung ist, wie Patrick Eder, einer der beiden Abteilungsleiter, deutlich machte. „Wir brauchen nicht darüber reden, dass der Ist-Zustand nicht mehr zeitgemäß ist. Ich habe vor 35 Jahren hier mit Fußball angefangen. Und die Kabine sieht heute noch so aus, wie damals“, berichtete Eder, der findet: „Wir müssen schauen, dass wir jetzt den nächsten Schritt gehen.“

Dafür hat der Verein bereits 100.000 Euro in die Hand genommen – und zwar für die Planungen und erste Untersuchungen. Klar ist nach Angaben von Balletshofer-Wimmer, dass der „marode“ Altbau verschwinden muss, die Turneralm selbst aber erhalten bleiben soll. Zu den möglichen Kosten, die letztlich entscheidend sein werden, ob das Projekt für den Verein überhaupt zu stemmen ist, könne sie aktuell aber noch nichts sagen. „Ich denke, dass wir da im Herbst einen Schritt weiter sind.“ Den großen Applaus der Mitglieder wertete die Vorsitzende als deutlichen Zuspruch für das Projekt: „Ich kann dieser Reaktion entnehmen, dass wir im Großen und Ganzen so weiterplanen sollen.“

Deutlich weiter vorangeschritten sind hingegen die Planungen für eine neue BMX-Strecke, die die seit Mitte der 80er-Jahre existierende Bahn auf deren Areal ersetzen soll. Diese soll rund 1,16 Millionen Euro kosten, wobei die BMX-Abteilung davon rund 130.000 Euro aufbringen müsste. Der Großteil der Kosten würde durch Zuschüsse – allein die Stadt stellt 500.000 Euro zur Verfügung – sowie ein Darlehen finanziert.

Dass die Millionen-Summe auch Vertretern der Vereinsführung „Bauchschmerzen“ bereitet, daraus machte Balletshofer-Wimmer keinen Hehl. Sie betonte aber auch: „Ich bin mir sicher, dass wir das gut hinbringen werden.“ Zumal die Stadt in puncto einer eventuell notwendigen Zwischenfinanzierung ihr Entgegenkommen signalisierte. „Das ist ein beeindruckendes Projekt“, sagte der seit 1. Mai amtierende Bürgermeister Thomas Rothmayer, der mit Stadtrat und Verwaltung klären will, „ob die Zwischenfinanzierung vielleicht über die Stadt abgewickelt werden kann“.

Dass die neue BMX-Bahn dringend notwendig ist, um weiterhin BMX-Sport auf höchstem Niveau anbieten zu können, machte Stefan Schrader, einer der beiden Abteilungsleiter, gegenüber den Mitgliedern deutlich. So handle es sich schließlich um eine olympische Sportart, die sich in den vergangenen Jahren „unheimlich weiterentwickelt“ habe. „Doch mit unserer Bahn aus dem Jahr 1984 tun sich gerade junge Fahrer wahnsinnig schwer, im internationalen Vergleich zu bestehen.“ Darum gehe es jetzt darum, „das Loch hin zum Leistungssport zu füllen“.

Klares Votum
der Mitglieder

Ohne Gegenstimme, dafür mit großem Applaus sprachen sich die anwesenden Mitglieder letztlich dafür aus, die neue BMX-Bahn Realität werden zu lassen. Der Beschluss hat zwar keine bindende Wirkung, da letztlich der Hauptausschuss des Vereins die Entscheidung über den Bau und die Finanzierung treffen muss. Dennoch war es Balletshofer-Wimmer wichtig, seitens der Mitglieder abstimmen zu lassen: „Der Beschluss ist für uns eine klare Unterstützung des Vereins durch die Mitglieder und macht aus dem ganzen Projekt für uns eine saubere Sache.“

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