Kolbermoor – Das gastronomische Angebot in der Stadt Kolbermoor wird noch internationaler: Im ehemaligen „Grammophon“ an der Rosenheimer Straße, Ecke Ludwigstraße, das kurzzeitig unter dem Namen „Your Baristro“ geführt wurde, eröffnet morgen, Samstag, ab 11 Uhr das „Sofra“. Dort will Inhaber Amar Subasic (19), unterstützt durch seine Eltern, die Besucher in die Genusswelt des Balkans entführen.
Als Stefan Harster Ende 2023 nach 36 Jahren das Kapitel der Kult-Kneipe „Grammophon“ beendet hatte, war die Trauer in Kolbermoor groß. War das Abend-Bistro doch vor allem bei Musik-Fans beliebt und eine absolute Institution in der Region. So war die Freude dann auch groß, als im Mai 2024 Dennis Gärtner und Patrick Braasch dem ehemaligen „Grammophon“ unter dem Namen „Your Baristro“ neues Leben einhauchten. Doch diese Freude währte nur kurz: Nach nicht einmal zwei Jahren war das „Your Baristro“, das durch sein Live-Musik-Angebot ebenfalls Musikliebhaber angesprochen hatte, schon wieder Geschichte.
Einladung
zum „gedeckten Tisch“
Doch seit Wochen tut sich wieder was in dem Ladenlokal: Handwerker gehen dort ein und aus und haben den Räumlichkeiten von innen und außen ein neues, frisches Erscheinungsbild verpasst. Zukünftig werden die Besucher dort zwar auf musikalische Leckerbissen verzichten müssen. Dafür soll frisch gekochte Balkanküche die Kolbermoorer Gaumen verwöhnen. „Sofra“, was auf Bosnisch so viel wie „gedeckter Tisch“ bedeutet, heißt das neue Lokal, das der erst 19-jährige Amar Subasic aus Bad Aibling dort am morgigen Samstag ab 11 Uhr eröffnen wird.
„Die Vorfreude bei mir ist riesig“, sagt Subasic, der derzeit noch mitten in der Ausbildung zur Pflegekraft steckt. Weshalb er beim Projekt „Sofra“ auch tatkräftig von seinen Eltern, Mama Jasmina (50) und Papa Sakib (52), unterstützt wird. Doch wie kam es für den 19-Jährigen eigentlich dazu, in die Gastronomie einzusteigen? „Die Idee, so etwas zu machen, gab‘s schon länger“, sagt Subasic gegenüber dem OVB. Und dennoch sei es letztlich eine „spontane Entscheidung“ gewesen. Was unter anderem mit der Lokalität zu tun gehabt habe. „Die Lage hier ist top. Außerdem haben wir beim Besichtigen der Räumlichkeiten großes Potenzial gesehen.“
Was die zukünftigen „Sofra“-Gäste dort visuell erwarten soll, wird beim Blick durch die Schaufenster Tag für Tag deutlicher: Die Fassade hat einen frischen Anstrich bekommen, die Innenausstattung ist komplett erneuert worden. Graue Steinfliesen, dunkles Mobiliar und helleres Holz rund um den Thekenbereich sollen dafür sorgen, dass sich die Gäste rundum wohlfühlen. Was auch für die kleine, erhöhte Außenterrasse an der Ludwigstraße gilt: Dort werden neben drei Tischen auch zwei Ecksofas einen Platz finden. „Dort finden dann auch Familien oder größere Gruppen einen Platz“, sagt Subasic, der mit seiner Familie 2015 von Bosnien nach Deutschland gekommen ist.
Balkantypische Gerichte und Getränke
Das Herzstück des „Sofra“ soll aber zweifelsfrei das Balkan-Gefühl sein, das vor allem über Speisen und Getränke transportiert werden soll. So wird die kleine Karte in erster Linie aus frisch zubereiteten Cevapi, auch bekannt als Cevapcici, balkantypischen Teiggerichten und Süßspeisen bestehen. Um die Eröffnungsgäste sozusagen mit den zukünftigen Küchenhighlights „anzufüttern“, wird es am Eröffnungstag sowie am Sonntag, 31. Mai, zwar nur Cevapi, Burek mit Fleisch und Burek mit Käse geben, dafür aber zum halben Preis. Ergänzt wird das Balkan-Flair von balkantypischen Getränken, die sonst in der Region eher schwer zu bekommen sind. Was es dagegen nicht geben wird? „Auf alkoholische Getränke verzichten wir komplett“, sagt Amar Subasic.
Auf seinem Instagram-Kanal bekommt der 19-Jährige bereits vor der Eröffnung viel Zuspruch für das „Sofra“-Projekt. „Jetzt haben wir einen guten Laden“, prophezeit eine Nutzerin, ein anderer freut sich schon auf „Cevapi und Kaffee“. Auch Subasic geht natürlich davon aus, dass sein neues gastronomisches Angebot auf großen Zuspruch in der Bevölkerung stoßen wird. Ein Testlauf hat schon mal viel Lob eingebracht, wie der Bad Aiblinger verrät: „Wir haben einen Probedurchlauf mit Freunden gemacht. Das hat super geklappt und ist richtig gut angekommen.“
Ab morgen will das „Sofra“-Team nun auch alle anderen Genießer aus der Region von der frisch zubereiteten Balkan-Küche überzeugen. Geöffnet haben wird das „Sofra“ sonntags sowie dienstags bis donnerstags von 11 bis 21 Uhr, freitags und samstags von 11 bis 23 Uhr. Am Montag ist Ruhetag.
Und welche Wünsche hat der 19-Jährige bezüglich seines Publikums? „Essen ist für alle da. Daher wollen wir eine Anlaufstelle für alle Gäste sein – vom Jugendlichen in der Pubertät bis zum Rentner“, sagt Subasic, der seinen zukünftigen Kunden ein Versprechen gibt: „Alles, was wir zubereiten, wird mit viel Liebe gemacht werden.“