125 Jahre im Zeichen der Gastlichkeit

von Redaktion

Die Waldgaststätte Filzenklas in Tuntenhausen feiert ihr 125-jähriges Bestehen. Inhaberin Christina Brandmaier verrät, was für die Jubiläumsfeier geplant ist und welche Veränderungen sie für die Zukunft der Gaststätte im Sinn hat.

Christina Brandmaier führt die Waldgaststätte Filzenklas in sechster Generation. Foto Privat

Tuntenhausen – Auf der Wiese stehen mehrere Hirsche vor der Heuraufe. Hinter einem Zaun läuft ein grauer Nandu zwischen ein paar Hühnern entlang. Auch ein Esel, ein Hund, ein paar Dexter-Ochsen und Katzen leben hier zwischen Weiher, Wiesen und Bäumen. Das weitläufige Gelände in Tuntenhausen gehört zur Waldgaststätte Filzenklas. Und die feiert heuer ihr 125-jähriges Bestehen. Ein besonderer Moment für Christina Brandmaier.

Wirtsfamilie in
sechster Generation

Die 39-Jährige führt die Waldgaststätte nun schon in sechster Generation. Das Traditionswirtshaus wird seit Jahren mit viel Herzblut von der Familie geführt. Nun freuen sich alle auf die Jubiläumsfeier, die am Sonntag, 7. Juni, in der Waldgaststätte Filzenklas stattfindet. „Für uns ist es ein Meilenstein“, sagt Christina Brandmaier. „Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass ein Betrieb von mehreren Generationen weitergeführt wird und somit auch in der Familie bleibt.“

Während der Schulzeit wollte Brandmaier einen ganz anderen Weg einschlagen. Doch daraus wurde nichts. Brandmaier: „Ich habe ein Praktikum im Hotel gemacht und direkt danach meinen Vertrag zur Ausbildung als Hotelfachfrau bekommen“, erinnert sie sich.

Ein paar Neuerungen
für die Waldgaststätte

Der Beruf gefiel ihr sehr gut, schließlich war er durch die verschiedenen Einsatzbereiche im Hotel abwechslungsreich. Als sie 2012 mit ihrer Ausbildung fertig war, kam allerdings der Wendepunkt. Ihr Vater habe sie gefragt, ob sie nun wieder heimkommen möchte oder nicht. Und Brandmaier kehrte nach Tuntenhausen zur Waldgaststätte Filzenklas zurück. Mit im Gepäck waren auch ein paar neue Ideen und Veränderungen.

So gab es die Jahre zuvor noch ein altes Festzelt, welches aufgrund der neuen Brandschutzauflagen nicht mehr genutzt werden durfte. Stattdessen wurde 2015 ein sogenanntes „Salettl“ errichtet. Dabei handelt es sich um einen hellen Veranstaltungsraum mit Platz für circa 100 Gäste. „Das hat uns dann ordentlich nach vorne gerissen, denn vorher war die Gaststätte mit ihrem Biergarten vor allem ein Sommergeschäft. Durch den Saal kann man unsere Atmosphäre hier jetzt das ganze Jahr über erleben“, erklärt Brandmaier.

Besonders beliebt sei der Saal bei Brautpaaren, weshalb in der Waldgaststätte regelmäßig Hochzeiten und auch ein paar andere Events stattfinden. Auch ihre eigene hatte sie dort gefeiert – auch wenn zunächst ihr Mann von der Hochzeit „dahoam“ überzeugt werden musste. Was Brandmaier aber schließlich gelang. Eine weitere Trauung ist ihr besonders in Erinnerung geblieben. „Wir hatten eine Winterhochzeit und die Trauung fand draußen vor dem Hirschgehege statt. Bevor es losging, haben wir die Hirsche abgefüttert, damit sie permanent auf den Fotos im Hintergrund zu sehen waren“, so die Inhaberin. Auch wenn damals kein Schnee lag, sei es eine schöne Winterhochzeit gewesen. Für die Zukunft wünscht sich die 39-Jährige davon mehr: „Es freut mich sehr, wenn Brautpaare zu mir sagen, dass sie bei uns ihre Traumhochzeit hatten, und sie sich wieder genauso entscheiden würden.“ Neben mehr Winterhochzeiten wünscht sich Christina Brandmaier, dass das Geschäft in den kalten Jahreszeiten generell besser läuft. „In jeder Gastro sind der Januar und der Februar etwas ruhiger“, erklärt sie. Zwar können sie sich nicht beklagen, aber mit ein paar mehr Events möchte sie ihren Gästen auch im Winter mehr bieten können. Wie zum Beispiel Weihnachtsfeiern für Betriebe oder Familien. „Um Weihnachten herum stellen wir einen Christbaum im Biergarten auf. Daneben steht ein großer Pferdeschlitten und es gibt immer ein schönes Lagerfeuer mit Glühweinempfang“, sagt Brandmaier. Vorbeikommen lohnt sich also immer. Und das nicht nur wegen der ganzen Events.

Eine Familie,
die zusammenhält

Denn in der Waldgaststätte Filzenklas wird Familie großgeschrieben. Ihr Vater steht seit über 35 Jahren noch als Küchenchef am Herd und hilft auch im Büro mit. „Ohne ihn wäre es schon hart, deshalb bin ich sehr dankbar, dass er mich weiterhin unterstützt“, sagt Brandmaier. Zu schätzen weiß sie aber auch die Hilfe ihrer Tante in der Küche und die ihrer Oma, die noch fleißig allerlei Kuchen bäckt. „Sie und mein Mann helfen auch überall, wo es brennt“, so die Inhaberin. Und dann gibt es noch Martin, Christina Brandmaiers rechte Hand. „Er übernimmt wirklich viel, da ich mich auch noch um meine dreijährige Tochter kümmere.“

Doch die Waldgaststätte glänzt nicht nur durch ihren Familienbetrieb, sondern auch mit ihrer Speisekarte. So setzt die Familie seit Jahren auf bayerische Küche mit regionaler Qualität. „Unser meistverkauftes Gericht ist der Zwiebelrostbraten und besonders beliebt sind auch die Wildgerichte“, erklärt Brandmaier. Zudem gebe es im Winter immer wieder spezielle Wochenschmankerl. So gab es zum Beispiel schon eine Cordon-bleu-Woche, eine Spare-Ribs-Woche und eine Burger-Woche. Wichtig ist Brandmaier auch, dass alle etwas auf der Speisekarte finden. Deshalb gibt es auch ein veganes Gericht auf der Speisekarte. „Unser Jackfruit-Burger mit Mango-Chutney ist sehr beliebt – auch bei den Nichtveganern“, sagt sie.

Dass ihre Angebote und ihre Gaststätte bei den Menschen nun schon seit 125 Jahren so gut angenommen werden, freut Brandmaier sehr. Doch wie sieht sie die Zukunft des Betriebes? „Vielleicht kommen irgendwann mal noch ein paar Ferienwohnungen dazu, um damit auch in der Winterzeit noch etwas anbieten zu können“, sagt sie. Ansonsten sei sie aber sehr zufrieden: „Ich habe ein super Team an meiner Seite und ich wünsche mir, dass alle gesund bleiben.“

Das ist für die Feier geplant

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