Warum auch Dreirad-Piloten beim Stadtradeln willkommen sind

von Redaktion

Vielfältiges Programm begleitet die morgen beginnende Aktion – Fahrrad als Alternative zum Auto

Kolbermoor – Sie haben gerade kein taugliches Fahrrad, aber Ihre Kinder oder Enkel haben ein Dreirad? Dann steht Ihrer Teilnahme beim diesjährigen Stadtradeln nichts mehr im Wege. Und nein, das ist kein Witz. Denn für Veronika Winkler und Thomas Ertl, die für die Stadt Kolbermoor das Stadtradeln organisieren, geht es bei dieser bundesweiten Aktion nicht darum, möglichst viele Kilometer zurückzulegen. Sondern darum, das Fahrrad oder andere motorlose Vehikel als ein alternatives Verkehrsmittel zu entdecken, und zwar von allen Altersgruppen – weshalb man im ganz jungen Alter auch als Tretrollerpilot oder Dreiradler höchst willkommen ist.

Mehr als nur Kilometer:
Die Idee hinter der Aktion

Der Gedanke, der hinter der Aktion Stadtradeln steckt, ist ebenso einfach wie überzeugend: Sich für kurze Alltagsstrecken einfach mal aufs Fahrrad zu setzen statt ins Auto, auf dem Weg zum Spielplatz etwa den rollernden Nachwuchs auf dem Fahrrad zu begleiten, ist ein Gedanke, der wohl vielen einmal durch den Kopf schießt. Aber der innere Schweinehund ist beim Entdecken von Gegenargumenten in der Regel sehr findig: Man müsste das Fahrrad ja jetzt erst herausholen und das mit dem Radeln muss ja auch nicht heute sein, morgen ist schließlich auch noch ein Tag.

Leichter könnte der Entschluss fallen, wenn man weiß, dass derzeit viele Landkreisbewohner vor derselben Überlegung stehen und es darunter nicht wenige gibt, die sich tatsächlich den letzten Ruck geben und sich auf den Fahrradsattel schwingen. Genau deshalb, so erklärt Veronika Winkler, die Mobilitätsmanagerin der Stadt Kolbermoor, ist das Stadtradeln ja auch kein Eintages-Event, sondern eine Aktion, die sich über fast drei Wochen hinzieht, vom 14. Juni bis zum 4. Juli.

Damit geht es nicht mehr um einen „Einmalimpuls“, sondern um ein länger anhaltendes „Willst du nicht vielleicht auch?“ Zudem ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Einmal mit dem Rad für eine Alltagsbesorgung unterwegs gewesen zu sein, bleibt – auch dann, wenn es ein überraschend angenehmes Erlebnis war – in der Regel ein einmaliges Ereignis. Macht man das – weil es viele andere auch tun – aber öfter, vielleicht sogar über die gesamten drei Wochen hinweg, kann sich möglicherweise tatsächlich so etwas wie eine feste Gewohnheit anbahnen.

Seit zehn Jahren nimmt Kolbermoor am bundesweiten Stadtradeln teil und längst hat sich diese Aktion zu einer festen und beliebten Größe im Veranstaltungskalender entwickelt. Das liegt nicht nur an den Angeboten fürs gemeinschaftliche Radeln – in diesem Jahr etwa eine Fahrradtour zu den Seen der Umgebung, Simssee, Rinssee und Hofstätter See (am Sonntag, 14. Juni) oder das kulinarische Höferadeln, bei dem das Fahrradfahren ganz unmittelbar mit handfester Belohnung verbunden ist, nämlich dem Kosten regionaler Spezialitäten an verschiedenen Bauernhöfen (am Samstag, 20. Juni).

Publikumsmagnete sind auch all die anderen Veranstaltungen, sehr beliebt etwa der Radlcheck, bei dem kostenlos kleinere Reparaturen vorgenommen werden (am Dienstag, 23. Juni) oder auch der große Radlinformationstag mit Fahrtraining für E-Bikes, sowie jeder Menge Informationen zur Sicherheit: Dieser findet am Samstag, 13. Juni, sozusagen als vorweggenommenes Auftaktevent des Stadtradelns statt.

Überhaupt schätzen sich Mobilitätsmanagerin Veronika Winkler und Klimamanager Thomas Ertl glücklich, dass sich immer mehr Organisationen der Stadtgesellschaft mit einbringen: Die Stadtbücherei und die Volkshochschule, aber auch die Bergsteigergilde sind schon lang dabei, neu hinzugekommen in diesem Jahr ist das Kulturwerk Kolbermoor, das am Sonntag, 21. Juni, eine Radltour zu Kolbermoorer Gedenkorten anbietet, von der Räterepublik über den NS-Terror bis zur Jetztzeit.

Gemeinsamer Auftakt
in Bad Aibling

Der große Auftakt zum diesjährigen Stadtradeln beginnt am Marienplatz in Bad Aibling, am morgigen Sonntag um 13 Uhr. Wer schon um 12 Uhr da ist, kann noch ein bisschen ratschen, chillen, Wasserflaschen füllen und dabei Kunstradfahrern aus Bruckmühl zuschauen.

Nach einer kurzen ökumenischen Andacht geht es dann auf die Strecke, über Weihenlinden, um den Höglinger Weiher herum, nach Kirchdorf und schließlich nach Bruckmühl zum dort jetzt stattfindenden Foodtruck-Festival. Die Tour ist elf Kilometer lang und zwar nicht rennrad-, dafür aber absolut familientauglich.

Was sonst alles geboten ist – wann und wo und wie – kann man den Flyern entnehmen, die derzeit überall in Kolbermoor ausliegen und natürlich auch im Rathaus zu erhalten sind. Johannes Thomae

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