Gaststätte bleibt in schlankerer Form

von Redaktion

Der Kolbermoorer Stadtrat hat am vergangenen Mittwoch über die Sanierung des Mareis-Komplexes diskutiert. Im Zentrum stand die Frage, ob es dort weiterhin eine Gaststätte geben soll. Das Gremium favorisiert eine Variante mit Gastronomiebetrieb und brachte eine zusätzliche Idee ein.

Kolbermoor – Sollen die Sanierungs- und Umbaupläne für das Mareis-Areal in Kolbermoor mit oder ohne angeschlossene Gaststätte weitergehen? Diese Frage stand am vergangenen Mittwochabend im Zentrum der Beratung des Stadtrats zum Veranstaltungssaal an der Rosenheimer Straße. Letztlich sprachen sich die Stadträte mit einer deutlichen Mehrheit von 22 zu 2 Stimmen dafür aus, die Planungen inklusive Gaststättenbetrieb voranzutreiben – allerdings in einer etwas abgespeckten Version.

Dass der Mareissaal saniert und die Bewirtung über einen Caterer erfolgen soll, dazu hatte der Kolbermoorer Stadtrat bereits im Juli 2025 einen Grundsatzbeschluss gefasst. Geplant ist unter anderem die Umgestaltung des Foyers, die barrierefreie Anbindung aller Etagen inklusive Galerie durch einen Aufzug sowie die Erweiterung des Bühnentrakts durch einen Anbau, der beispielsweise eine Umkleide für Künstler beherbergen soll.

Die Kosten in Höhe von rund 15,5 Millionen Euro für die Baumaßnahmen ließen in der Stadt allerdings Ende 2025 die Alarmglocken schrillen. Weshalb in einer kombinierten Sitzung des Projekt- und Bauausschusses im März 2026 plötzlich auch der bis dato geplante Fortbestand des Gastronomiebetriebs, in dem einst das mittlerweile gegenüber dem Rathaus beheimatete „Milano“ sein Domizil hatte, zur Diskussion stand.

In der jüngsten Sitzung des Stadtrats präsentierte Architekt Ulrich Farthofer vom gleichnamigen Architekturbüro in Freilassing nun neben der ursprünglichen Planung zwei Varianten, mit denen eine Kosteneinsparung möglich sei. So könnte für nach derzeitigem Stand knapp 15 Millionen Euro die Sanierung des Saalgebäudes erfolgen, wobei der Betrieb der Gaststätte aber wegfallen würde. Deren Räumlichkeiten könnten dann anderweitig genutzt werden.

Eine weitere Variante – mit Kosten in Höhe von rund 13,5 Millionen Euro – sieht die wie bisher geplante Umgestaltung des Mareissaals vor, zudem aber auch den Weiterbetrieb der Gaststätte – allerdings in „abgespeckter“ Form, wie Farthofer erklärte. Geplant wurde in dieser Variante eine Gaststätte mit rund 60 Sitzen, deren Küche in einem Nebenzimmer untergebracht werden könnte. „Der Platz im Nebenzimmer reicht für eine vollständige Kücheneinrichtung aus“, bewertete die Stadtverwaltung diesen Entwurf.

„Wir sind ziemlich erleichtert, dass sich eine Lösung gefunden hat, die nochmals von den 15 Millionen Euro deutlich runtergeht“, kommentierte Leonhard Sedlbauer (CSU) die Variante mit Fortbestand einer verkleinerten Gaststätte. „Was uns besonders freut, ist, dass die günstigste Variante auch noch die ist, die die Gaststätte erhält.“ Allerdings wünsche er sich, dass nicht, wie von Farnhofer als Möglichkeit ins Spiel gebracht, ein weiteres Dönerlokal dort eine Heimat findet: „Da haben wir nämlich schon einige in der Stadt.“

Küche könnte in
Nebenzimmer Platz finden

Bei Dieter Kannengießer (Parteifreie) fand die kostengünstigste Variante ebenfalls Anklang. „Wir können die Innenstadt nicht nur dadurch beleben, dass wir für den Mareissaal einen Caterer haben“, stellte Kannengießer klar. Er könne sich vorstellen, dass bei dieser Planung „was ganz Gutes rauskommt“. Für Christian Demmel (AfD) scheint diese Planung ebenfalls „am geeignetsten für das, was wir wollen“, zu sein, während Sebastian Daxeder (CSU) die angedachte Gestaltung, beispielsweise des umgebauten Foyers, als „sehr gut“ empfand.

Weniger optimistisch ob der Planungen zeigte sich hingegen Tobias Wudy. „Ich halte es für völlig unrealistisch, dass wir dort einen Gastronomen finden, den wir für sinnvoll erachten“, so der SPD-Vertreter, der anregte, auch über alternative Lösungen nachzudenken: „Es könnte eine durchaus vernünftige Lösung sein, diese Räumlichkeiten als konsumfreien Raum beispielsweise Vereinen zur Verfügung zu stellen.“

Ein Vorschlag, der für Kerim Bacak keinesfalls tragfähig ist. „Ein Objekt für vielleicht 15 oder 18 Millionen Euro, das dann ohne Gastronomie, nur mit einem Caterer ausgestattet wird, ist für mich undenkbar“, so der Vertreter der Parteifreien, der stattdessen die Idee einbrachte, die Attraktivität der Räumlichkeiten für einen potenziellen Wirt zu erhöhen – und zwar durch die Nutzung des Foyers als zusätzlichen Gastraum, wenn keine Veranstaltungen anstehen. „Das wäre für einen Pächter dann nochmals etwas ganz anderes.“ Überlegungen, die nach Angaben von Farthofer durchaus denkbar sind.

Auch Markus Schiffmann (CSU) gab zu bedenken, dass der Mareissaal alleine „nicht unbedingt die Innenstadt belebt“ und stellte klar: „Wenn wir ihm nicht etwas bieten können, werden wir keinen Gastronomen dafür finden.“ Wobei Schiffmann aber auch anmahnte, „noch andere Dinge anzugehen, um die Innenstadt zu beleben“. Was auch Christian Morgenroth (SPD) so sieht. „Es wird nicht nur der Mareissaal und eine Gastronomie sein, die die Innenstadt beleben“, ist sich der SPD-Vertreter sicher. „Man muss das schon als Ganzes sehen – und vielleicht als Startschuss für die Belebung der Innenstadt.“

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