Kolbermoor – Bei hochsommerlichen Temperaturen haben am vergangenen Wochenende mehr als 30 Menschen an einer Stadtführung zu den Erinnerungsorten Kolbermoors teilgenommen.
Die Rundfahrt wurde vom Kulturwerk Kolbermoor angeboten und fand im Rahmen des Stadtradelns statt. Sie verband also sportliche Aktivität mit historischer Bildung.
Die Teilnehmer starteten am Rathaus und besuchten unter anderem die Stolpersteine für Fortunato und Fernanda Zanobini, den Gedenkort rund um Georg Schuhmann und Alois Lahn, die Gedenktafel am Spinnereiweiher zur Erinnerung an die Zwangsarbeit sowie den Stolperstein für Mathias Stich in Mitterhart. Den Abschluss bildete der Gedenkort für Carlos Fernando auf dem alten Friedhof.
Die Führung machte deutlich, dass große historische Ereignisse auch hier vor Ort in Kolbermoor Spuren hinterlassen haben. Die Stadtführung startete mit dem Gedanken und der Aufforderung: „Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die historischen Ereignisse, die hier passiert sind, nicht in Vergessenheit geraten. Denn: Es ist unsere Stadt – und damit auch unsere Geschichte.“
An den insgesamt sieben Stationen gab es Erläuterungen über die historischen Hintergründe der einzelnen Erinnerungsorte, welche von der Industrialisierung und der Rolle der Baumwollspinnerei bis zu den Verbrechen der NS-Zeit und Fällen rechter Gewalt in jüngerer Zeit reichen. Organisatorisch verband die Rundfahrt historische Informationen mit dem Stadtradeln-Gedanken: Radfahren, ins Gespräch kommen und lokale Geschichte sichtbar machen. Trotz der Hitze zeigten sich viele Teilnehmende beeindruckt von der Dichte der lokalen Erinnerungsorte und der Bandbreite der behandelten Themen.
Das Kulturwerk Kolbermoor kündigte an, auch künftig ähnliche Angebote zu planen, um Kultur, politische Bildung und Erinnerung in der Stadt lebendig zu halten. Denn dem Kulturwerk ist wichtig zu betonen, dass Erinnerung nicht nur bedeutet zurückzublicken, sondern auch, für die Gegenwart und die Zukunft Verantwortung zu übernehmen.