Kolbermoorer Bürgerhaus feiert 15. Geburtstag

von Redaktion

Bestes Wetter, Musik, Tanz, Essen aus fast aller Herren Länder und natürlich eine Menge angeregt ratschender Gäste prägten den Nachmittag

Kolbermoor – Wenn man als Mensch 15 Jahre alt wird, ist die Geburtstagsfeier längst kein Kindergeburtstag mehr. Aber jung, also bunt, fröhlich und voller schöner Überraschungen, soll sie dennoch sein. Beim 15. Jubiläum, das das Kolbermoorer Bürgerhaus am Samstag feiern konnte, war genau das der Fall: Bestes Wetter, Musik, Tanz, Essen aus fast aller Herren Länder und natürlich eine Menge angeregt ratschender Gäste prägten den Nachmittag.

Schließlich ist ein 15. Geburtstag durchaus ein besonderer, wie Daniela Dobner meinte, die zusammen mit Zübeyde Samli das Bürgerhaus leitet, das seit 2024 die Arbeiterwohlfahrt als Träger hat. Denn mit 15 habe man die Kindheit, habe man auch einen Teil der Pubertät schon hinter sich gelassen und befinde sich nun auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Wenn man dieses Bild aufgreift, kann man sagen, dass das Bürgerhaus in gewissem Sinn frühreif ist, denn es ist nicht mehr auf der Suche nach einer festen Identität, die hat es längst gefunden. Und dieses Selbstbild, so meinte Bürgermeister Thomas Rothmayer, bestehe nicht zuletzt in der Aufgeschlossenheit für permanenten Wandel.

Einst in erster Linie gedacht als Anlaufstelle für Senioren sei es heute viel mehr: Anlaufstelle für Menschen mit den unterschiedlichsten Anliegen – vor allem aber auch ein fester Treffpunkt in der Stadtgemeinschaft über die verschiedensten Nationalitäten und alle Altersgrenzen hinweg: Heute, so könnte man es formulieren, treffen sich im Mangfalltreff Menschen von neun Monaten bis 99 Jahren. Möglich wird das – und das betonten Thomas Rothmayer, Daniela Dobner, Pfarrerin Brigitte Molnar sowie Klaus Schindler von der Geschäftsführung der Arbeiterwohlfahrt Rosenheim-Miesbach gleichermaßen – in aller erster Linie durch jene gut 80 Menschen, die im Ehrenamt ihre Freizeit für das Bürgerhaus opfern. Ohne sie wäre das Bürgerhaus ein Gebäude und ein Name, mehr nicht.

So aber ist es in gewissem Sinn ein Kristallisationspunkt, hier arbeiten die unterschiedlichsten Einrichtungen verschiedenster Träger – etwa Diakonie, Caritas, Awo und seit neuestem auch das Jobcenter – nicht nur nebeneinander sondern auch miteinander. Nach wie vor bestens gehalten und unterstützt, wie Daniela Dobner dankbar betonte, von der Stadt und das von allen ihren Personen und Abteilungen, vom Bürgermeister bis zum Bauhof.

In Dankbarkeit gedacht wurde auch einer Persönlichkeit, ohne die es das Bürgerhaus heute so wohl nicht gäbe: Dagmar Badura. Sie habe, so sagte Daniela Dobner, das Bürgerhauskind vor über zwei Jahrzehnten sozusagen aus den Windeln gebracht und ihm dann das Laufen gelernt: „Und sie hatte sich so sehr auf diesen Jubiläumstag gefreut und ganz selbstverständlich auch Ihre Hilfe angeboten.“ Dazu kam es leider nicht mehr, Dagmar Badura verstarb im April diesen Jahres. Doch ihr Vermächtnis bleibt, denn ihre Leidenschaft für das Bürgerhaus, die Tatsache, dass sie ihm und allen Menschen darin ihr ganzes Herz geschenkt hatte, findet sich noch heute in allen, die in irgendeiner Weise mit dem Bürgerhaus zu tun haben.

Und von daher war ein Moment aus dem Auftritt der Clownin Rosalie Sonnenschein, die einer der Highlights an diesem Samstag war, durchaus von größerer symbolischer Bedeutung: Als sie den Gästen mit weit ausgestreckten Händen ein kleines Herz gewissermaßen als Geschenk anbot. Fotos und Text Johannes Thomae

Artikel 3 von 6