Aus für die Kolbermoorer „Naschwerkstatt“

von Redaktion

Die Kolbermoorer „Naschwerkstatt“ im Bahnhofsgebäude hat seit dem 26. Juni dauerhaft geschlossen. Die beiden Betreiberinnen haben sich aus wirtschaftlichen Gründen zu diesem Schritt entschlossen. Da die Räumlichkeiten der Stadt gehören, sucht diese nun nach einem neuen Pächter für einen gastronomischen Betrieb.

Kolbermoor – Es fällt den beiden Betreiberinnen alles andere als leicht. Doch nach nur etwas mehr als zwei Jahren ist schon wieder Schluss. Für Dorothee Remmerbach und Franziska Rothmayer eine schwere Entscheidung. Seit März 2024 sorgten sie mit ihrer „Naschwerkstatt“ für reges Treiben im Bahnhofsgebäude, das die Stadt Kolbermoor verpachtet. Dort drang den Besuchern stets der Duft von frischem Kaffee in die Nase und der Blick blieb automatisch an der „Törtchen-Vitrine“ hängen, in der süße Leckereien auf hungrige Abnehmer warteten.

Die beiden jungen Konditormeisterinnen, geboren und aufgewachsen in Kolbermoor, hatten das Ruder in den altbekannten Räumlichkeiten im Frühjahr 2024 übernommen und das ehemalige Tagescafé „Gleis 2“ von Evelin Caggiano, die sich damals in den Ruhestand verabschiedet hatte, umfunktioniert. Die beiden Freundinnen Remmerbach und Rothmayer, die einst gemeinsam die Konditorausbildung absolvierten, erfüllten sich damit „unseren Traum von der Selbstständigkeit“, wie sie zur Eröffnung betonten. Unzählige Stunden wurde in den vergangenen Jahren mit Leidenschaft gebacken und gekocht – immer mit einem Fokus auf regionale und saisonale Zutaten. Doch nun endet das Abenteuer deutlich früher als geplant.

Das steckt
hinter dem frühen Aus

„Leider haben wir bis auf Weiteres, auf unbestimmte Zeit geschlossen“, heißt es in einem knappen Informationsschreiben auf der Homepage der „Naschwerkstatt“. Auf OVB-Nachfrage erklärt Geschäftsführerin Franziska Rothmayer nun, dass das Aus ihres Ladens endgültig sei. „Freitag, der 26. Juni, war unser letzter Tag, seitdem haben wir geschlossen“, sagt sie bedauernd. „Leider haben wir es nicht geschafft, dass sich das Café wirtschaftlich rentiert, und wir werden auch nicht mehr öffnen.“

Remmerbach und Rothmayer bedauerten sehr, dass es nicht geklappt hat. „Wir sind aber froh, dass wir es versucht haben.“ So habe man viele nette Begegnungen im Café erleben dürfen und man werde die Stammgäste vermissen. „Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung, die wir erhalten haben, und gehen davon aus, dass der Bahnhof nicht allzu lange leer bleibt. Dafür ist das Café einfach zu schön“, betont Rothmayer. Reservierungen und Gutscheine können nicht mehr entgegengenommen werden, bedauern die beiden Inhaberinnen, die die Zeit mit den Besuchern im Bahnhofsgebäude in guter Erinnerung behalten werden. Doch wie genau geht es nun mit den Räumlichkeiten weiter?

Wann genau das Pachtverhältnis zwischen den „Naschwerkstatt“-Betreiberinnen und der Stadt Kolbermoor beendet wird, ist derzeit noch unklar. Laut Christian Poitsch, Leiter des Stadtmarketings und Sprecher der Stadt, werde nun zunächst die entscheidende Frage, also zu welchem Zeitpunkt die Ladenfläche wieder zur Verfügung steht, geklärt. „Wir werden uns jetzt natürlich bemühen, an dieser Stelle wieder einen geeigneten Pächter zu finden“, betont Poitsch gegenüber dem OVB. Fest steht, dass in „das wunderschöne Bahnhofsgebäude“, in dem der Großteil der Innenausstattung durch die Stadt zur Verfügung gestellt wurde, wieder ein gastronomischer Betrieb einziehen soll. „Ob das dann wieder eher kuchen- und kaffee-lastig wird oder sich eher wie zuvor an einen Bistro-Betrieb orientiert, steht noch nicht fest, und die Stadt ist da prinzipiell offen.“

Wohl kein
sofortiger Neustart

Man wolle hierbei keine Vorgaben machen und verlasse sich auf die Expertise der Gastronomen, sagt Poitsch. Er könne sich zwar vorstellen, dass auch abendliche Öffnungszeiten und eine „to-go“-Orientierung für Bahnreisende betriebswirtschaftlich Sinn ergeben. „Das ist aber dann natürlich die Entscheidung der Betreiber und da mischen wir uns, wie auch bisher, nicht ein.“

Poitsch geht nicht von einem schnellen Neustart im Juli oder August aus. Derzeit könne man aber noch keine Angaben zum Zeitplan machen. Aufgrund der umliegenden Baumaßnahmen, die nun stetig Formen annehmen, stellt er den potenziellen neuen Pächtern jedenfalls einen „recht guten Start“ in Aussicht.

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