Neue Fahrzeuge verstärken die Feuerwehr

von Redaktion

Damit die Kolbermoorer Feuerwehren ihre Einsätze künftig erfolgreich bewältigen können, sind in den kommenden Jahren millionenschwere Investitionen nötig. Der Zweite Kommandant Daniel Schrank hat dem Stadtrat ein neues Fahrzeugkonzept vorgestellt. Dieses sieht sechs Ersatzbeschaffungen vor.

Das Führungsduo der Feuerwehr Kolbermoor: Kommandant Armin Hörl (links) und dessen Stellvertreter Daniel Schrank. Foto Weinzierl

Kolbermoor – Ob beim Wohnungsbrand, beim Verkehrsunfall oder beim Austritt von Gefahrenstoffen – die beiden Kolbermoorer Feuerwehren sind im Notfall unverzichtbar. Maßgeblich dafür, dass im Ernstfall geholfen werden kann, sind zum einen die vielen Mitglieder der Wehren, zum anderen aber auch das Equipment. Und da muss bei den beiden Feuerwehren der Stadt in den kommenden Jahren einiges erneuert werden, wie bei der jüngsten Sitzung des Stadtrats deutlich wurde.

Stadt zeigt große
Wertschätzung

Daniel Schrank, Brandschutzbeauftragter der Stadt und zugleich Zweiter Kommandant der Feuerwehr Kolbermoor, präsentierte dem Gremium jetzt ein Fahrzeugkonzept für die beiden Feuerwehren Kolbermoor und Pullach, das den Zeitraum bis etwa 2040 umfasst und „in erster Linie der Planungssicherheit für die Stadt Kolbermoor dienen“ soll. Sechs Ersatzbeschaffungen für ältere Fahrzeugmodelle sowie für weitere Geräte umfasst die Liste, wobei die erste Anschaffung nach derzeitigem Stand erst 2029 anstehen wird.

Denn dann soll das älteste Fahrzeug der Flotte, ein Rüstwagen aus dem Jahr 2006, durch ein neues Modell ersetzt werden. „Insbesondere im Bereich Eisenbahn ist der Rüstwagen bei der Feuerwehr Kolbermoor mit einer von vier Bahneinheiten im Landkreis unerlässlich“, machte Schrank in Hinblick auf das Fahrzeug, das vor allem bei technischen Hilfeleistungen eingesetzt wird, deutlich.

Ein Jahr später soll dann ein neues Löschgruppenfahrzeug LF10 das im Jahr 2009 in den Dienst gestellte Exemplar ersetzen, die Ersatzbeschaffung eines Kleinalarmfahrzeugs ist für 2032 geplant. „Das Fahrzeug wird im Einsatzdienst stark beansprucht und hat bereits eine größere Reparatur aufgrund eines Unfalls hinter sich“, legte Schrank dem Gremium dar. „Die Lebensdauer von 19 Jahren für ein Kleinfahrzeug wird in diesem Fall als realistisch angesehen.“

Bei der Feuerwehr Pullach soll nach den derzeitigen Planungen des Fahrzeugkonzepts das bisherige Löschgruppenfahrzeug LF10 im Jahr 2033 durch ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF10 ersetzt werden. „Es wird somit ein Löschfahrzeug beschafft, das von Anfang an auch für die technische Hilfeleistung ausgestattet ist“, so Schrank in Hinblick auf das aktuelle Gefährt, das erst durch Umbauten seinen angedachten Zweck erfüllen konnte.

Kein Fahrzeug, dafür eine neue Drehleiter soll im Jahr 2034 angeschafft werden – zumal dann, nach 20 Jahren, die bisherige Drehleiter für eine „sehr aufwendige 20-Jahres-Wartung“ vorgesehen sei. „Die Zehn-Jahres-Wartung hat inklusive Leihfahrzeug bereits Kosten in Höhe von rund 166.000 Euro verursacht“, so Schrank. „Bei der notwendigen und noch aufwendigeren 20-Jahres-Wartung ist mit deutlich höheren Kosten zu rechnen.“ Abschließend sieht das Fahrzeugkonzept noch die Ersatzbeschaffung eines Löschgruppenfahrzeugs LF20 für die Feuerwehr Kolbermoor vor. Eine Anschaffung, die für den Zeitraum zwischen 2036 und 2041 angesetzt ist.

Welche finanziellen Ausgaben bei den jeweiligen Anschaffungen genau auf die Kommune zukommen werden, dazu konnte Schrank noch keine Angaben machen. Auf die Frage von Grünen-Rätin Carolin Schwägerl, was beispielsweise eine Drehleiter koste, sagte der Brandschutzbeauftragte aber: „Ich kann es nicht 100-prozentig sagen, aber der Preis liegt aktuell wohl bei einer guten Million.“ Allerdings wird bei jeder der Anschaffungen auch der Freistaat einen Beitrag leisten. So ist für einen Rüstwagen derzeit mit einem Zuschuss von rund 200.000 Euro zu rechnen, beim Löschgruppenfahrzeug sind es aktuell knapp 125.000 Euro. An der Drehleiter würde sich Bayern sogar mit fast 300.000 Euro beteiligen.

„Ich bin froh, dass die ersten Investitionen erst 2029 anstehen werden“, kommentierte Kolbermoors Bürgermeister Thomas Rothmayer (Parteifreie Kolbermoor) das Fahrzeugkonzept. Der Rathauschef machte aber auch deutlich, „dass diese Anschaffungen zwingend notwendig“ seien. Die möglichen Investitionen für die Jahre 2029 und 2030 werden zumindest schon mal in die Finanzplanung für die kommenden Jahre eingearbeitet.

Kerim Bacak (Parteifreie Kolbermoor) regte zudem an, den Einsatz der Feuerwehr durch weitere Zuckerl zu honorieren, beispielsweise durch „einen Getränkeautomaten oder Ähnliches“ auf den Feuerwehrwachen. „Für das, was sie leisten, sollte man sich mehr erkenntlich zeigen“, sagte der Stadtrat. Was Rothmayer nicht unkommentiert stehen lassen wollte. „Ich hoffe schon, dass die Feuerwehr die Wertschätzung der Stadt Kolbermoor spürt.“

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