Magischer Erfolg beim Jugend-Filmfestival

von Redaktion

Der Kurzfilm „Der magische Kristall“ aus dem Jugendtreff Kolbermoor hat beim Bayerischen Kinder- und Jugend-Filmfestival einen Preis gewonnen. Das Werk entstand im Rahmen eines Ferienprogramms. Der heute 17-jährige Jonathan Greger schrieb das Drehbuch, führte Regie und übernahm die Postproduktion des elfminütigen Superhelden-Films.

Kolbermoor – Vom Ferienprogramm-Angebot zum im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichneten Film: So kurz und knapp lässt sich der Erfolg des Kurzfilms „Der magische Kristall“ beschreiben. Denn das Elf-Minuten-Werk, entstanden im Rahmen des Ferienprogramms des Kolbermoorer Jugendtreffs unter der Trägerschaft des Diakonischen Werks Rosenheim, hat jetzt beim Bayerischen Kinder- und Jugend-Filmfestival (BKJFF) den Preis in der Kategorie „Jugendliche 12 bis 16 Jahre“ gewonnen. Ein toller Teamerfolg, der aber vor allem auf eine Person zurückzuführen ist: Denn der heute 17-jährige Jonathan Greger hat nicht nur das Drehbuch geschrieben und Regie geführt, sondern auch die komplette Postproduktion übernommen.

Drei Drehtage, unzählige
Postproduktionsstunden

Auf den Geschmack gekommen war der Realschüler einst ebenfalls über einen Filmdreh im Jugendtreff, an dem er damals mitwirkte. Was scheinbar bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. „Irgendwann hat er mich angesprochen und gesagt, dass er gerne einen Film machen würde“, berichtet Christian Spatzier (54), Leiter des Jugendtreffs, gegenüber dem OVB.

„Ich habe mich dann einfach hingesetzt und habe ein Drehbuch geschrieben“, beschreibt Jonathan Greger, wie die Erfolgsgeschichte ihren Anfang genommen hatte. „Ich habe mir für die Geschichte einen roten Faden ausgedacht und dann die einzelnen Kameraeinstellungen sowie die zugehörigen Dialoge aufgeschrieben.“ Und das im Alter von damals gerade einmal 14 Jahren.

Die Umsetzung des Filmprojekts erfolgte dann letztlich im Sommer 2024 über einen Kurs im Rahmen des Jugendzentrum-Ferienprogramms, an dem unter anderem die fünf Hauptakteure, die in „Der magische Kristall“ zu sehen sind, teilgenommen hatten. Doch mit den drei Drehtagen war das Werk natürlich noch lange nicht fertig. „Alleine die anschließende Musikproduktion hat nochmals drei Tage gedauert“, erinnert sich Spatzier. Und dann kamen noch unzählige Stunden Postproduktion dazu, die Jonathan Greger komplett alleine gestemmt hatte – vom Schnitt bis zur visuellen Nachbearbeitung. „Mir hat es total viel Spaß gemacht, viel Verantwortung zu übernehmen“, sagt Jonathan Greger, der auch mehr als ein Jahr nach Fertigstellung des Films „sehr zufrieden“ mit dem Werk ist.

Und scheinbar nicht nur er: Denn der Jugendtreff hatte den Kurzfilm 2025 beim oberbayerischen Jugendfilmfestival „Jufinale“, veranstaltet vom Bezirksjugendring Oberbayern und dem Kreisjugendring Miesbach, eingereicht. Dort sicherten sich die Kolbermoorer neben dem Sonderpreis zum Thema „Gerechtigkeit“ auch einen Startplatz beim bayerischen Kinder- und Jugendfilmfestival BKJFF, zu dem die Veranstalter, der Bayerische Jugendring (BJR) und das Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF), jetzt nach Augsburg geladen hatten.

Eine Reise, die für das Kolbermoorer Filmteam ebenfalls zur Triumphfahrt werden sollte. Denn mit „Der magische Kristall“ sicherte sich der Jugendtreff Kolbermoor den BKJFF-Preis 2026, gestiftet vom Freistaat Bayern, in der Kategorie „Jugendliche 12 bis 16 Jahre“. Für die insgesamt rund 15 Jugendlichen, die an der Produktion beteiligt waren, ein absolutes Glücksgefühl. „Ich kann es bis heute eigentlich nicht glauben“, sagt Spatzier wenige Tage nach der Preisverleihung. Und auch Jonathan Greger kam der Preis „sehr unerwartet“: „Ich habe wirklich ein paar Minuten gebraucht, um das überhaupt zu realisieren“, sagt der 17-Jährige. „Ich war wirklich sehr überrascht, aber natürlich auch sehr glücklich.“

Bereits bei der Verleihung des Sonderpreises Ende 2025 hatte die damalige Jury „den Mut und den Einsatz, ein so umfangreiches Projekt als erste gemeinsame Arbeit umzusetzen“, gewürdigt. „Für die jungen Filmemacherinnen und Filmemacher war ,Der magische Kristall‘ die erste gemeinsame Produktion – und das merkt man im besten Sinne“, so die Jury damals. „Man spürt den Teamgeist, erkennt die Freude am Spielen und entdeckt liebevoll durchdachte Ideen.“ Zudem bewertete die Jury den Kurzfilm in ihrer Laudatio als „eine eigene fantasievolle Geschichte“, die wiederum „gut nachvollziehbar aufgebaut“ sei.

Gekostet hat den Machern die Filmproduktion – natürlich bis auf jede Menge harte Arbeit – übrigens nichts, wie Christian Spatzier erklärt: „Es ist noch nicht einmal eine Low-Budget-Produktion, sondern wirklich eine No-Budget-Produktion“, sagt der Jugendtreff-Leiter und lacht.

Eine echte
No-Budget-Produktion

Einziger Wermutstropfen: Einen weiteren Film aus der Feder und der Gedankenwelt von Jonathan Greger wird es zunächst nicht geben. „Ich habe erst mal keine Ambitionen, einen weiteren Film zu machen“, sagt der 17-Jährige, für den nun unter anderem die Berufswahl mehr in den Fokus rückt. „Mein Ziel ist es, in den Rettungsdienst zu gehen“, sagt Greger. Preise und Trophäen wird der 17-Jährige damit zwar nicht gewinnen. Dafür würde er aber, wie die Protagonisten seines Films, zum Superhelden und im bestmöglichen Fall zum Lebensretter werden.

Vier junge Superhelden

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