Rott – Gleich vorab – wer nicht dabei war, hat leider einen ganz besonderen Abend versäumt. Bis zum Eingangsportal wurde noch jedes Plätzchen mit Stühlen ausgestattet und so konnte sich die ganze Besucherschar, eingehüllt in die hervorragende Akustik der beeindruckenden Rokokokirche St. Marinus und Anianus, auf das Alpenländische Mariensingen einlassen. Veranstalter war einmal mehr der Baierische Alpenländische Volksmusikverein: der Erlös war auch heuer für die Erhaltung der Rotter Pfarrkirche bestimmt.
Siegi Götze aus Marquartstein hatte zum zehnten Mal Gesangs- und Musikgruppen aus dem Miesbacher, Rosenheimer und Chiemgauer Raum in die ehemalige Klosterkirche eingeladen. Nach der mächtigen Bläserweise zu Ehren der Mutter Gottes, gespielt von den Bläsern der Frasdorfer Tanzlmusi, begrüßte der Hausherr Pfarrer Andreas Kolb die Zuhörer. In seiner Einleitung unterstrich Siegi Götze den besonderen Platz Marias in der katholischen Kirche und die Huldigung der Gottesmutter durch die vielen Marienfeste und Marienfeiertage.
Den instrumentalen Bereich füllten abwechselnd die prächtigen Bläser der Frasdorfer Tanzlmusi – Franz Osterhammer, Peter Boschner, Wolfgang und Thaddäus Kink – sowie die Almleitn Musi mit Maria Holzer an der Zither, Heiner Oberhorner an der Melodiegitarre und Sepp Grundbacher mit der Begleitgitarre, die sich mit ihren feinen „Stückln“ mitten ins Herz spielten. Mit dem Lied von Kathi Greinsberger „Sie tragt a harwas Gwandl“ verbildlichten die Geschwister Estner – Hannerl, Marini und Sepp – die Erscheinung und das Wesen Marias. Im weiteren Verlauf des Mariensingens brachte der Dreigesang mit seinem unverwechselbaren, erdigen Klang unter anderem die Lieder „Du schöne Morgenröt“ und „Der Engel begrüßte die Jungfrau Maria“, die von der Almleitn Musi begleitet wurden.
Die Geschwister Baumgartner – Maxi, Maria, Leni und Hans – brachten in beeindruckender Ausgewogenheit die Lieder „O Maria, sei gegrüßt“ und „Der güldene Rosenkranz“ zu Gehör. Auch das wunderbare Lied „Maria, große Himmelsfrau“ aus der Feder des Südtirolers Sepp Oberhöller ließen die Ostermünchener Geschwister, die sich selbst mit der Zither begleiteten, hören.
Mit der Überleitung zum gemeinsamen Gottesloblied „Maria aufgenommen ist“ entließ Pfarrer Kolb die Konzertbesucher nach einem gemeinsam gebeteten „Vaterunser“ mit dem Segen. Die Bläser setzten mit dem Lied „Königin voll Herrlichkeit“ den Schlusspunkt, die Kirchenglocken stimmten mit ein und begleiteten die Besucher, wie gewohnt ohne Applaus, in den Abend.