Berückendes Klangerlebnis

von Redaktion

Quatuor Arod Streichquartett begeistert Publikum in Traunstein

Traunstein – Ein berückendes Klangerlebnis präsentierte das renommierte Quatuor Arod Streichquartett in der Klosterkirche Traunstein. Im Rahmen der Traunsteiner Sommerkonzerte standen Werke von György Kurtág, Haydn und Schubert auf dem Programm.

Folkloristische
Elemente der Musik

Selten hört man solch ein perfekt aufeinander abgestimmtes, technisch brillantes Streichquartett.

Jordan Victoria und Alexandre Vu (Violine), Tanguy Parisot (Viola) und Jérémy Garbarg (Violoncello) faszinierten das Publikum mit fein ausbalanciertem Spiel, geschmeidiger Eleganz und lächelndem Charme.

Zunächst interpretierte das Quatuor Arod „Zwölf Mikroludien“ Opus 13 des zeitgenössischen ungarischen Komponisten György Kurtág. In seinen Werken verbindet Kurtág folkloristische Elemente der Musik seiner Heimat mit serieller Technik. Bevor ganz leise und fast unmerklich der erste Ton erklang, herrschte im Saal konzentrierte Stille.

Zart und durchsichtig mit lang gezogenen, mitunter schleifenden Tönen erklang das Cello, flirrende Nervosität verbreiteten die Violinen, bis plötzlich wie Stromschläge harte Rhythmen der Streicher die filigrane Zartheit der Komposition durchbrachen.

In herrlich anzuhörendem dialogischem Miteinander spielten die vier Musiker das Streichquartett in D-Dur Opus 76 von Joseph Haydn. Beschwingt und heiter begann der erste Satz mit einem einfachen, leicht variiert wiederholten Thema. Im Allegro-Schlussteil nahmen die Durchführung des Thema-Anfangs und die rasante Stretta gefangen. Das Quatuor Arod spielte den Satz mit Leidenschaft und Perfektion, stets bildeten die Instrumente eine klangliche harmonische Einheit.

Feierliches Pathos und Ernst verströmte das Largo. Die vier Musiker brachten den Satz mit einer Hingabe und einem Sinn für die Schönheit der harmonischen Wendungen zu Gehör, die beglückte.

Auf ein unbeschwertes tänzerisches Menuett folgte ein witziges Finale mit ungarischen Anklängen, das das Quatuor Arod mit zündendem Temperament und virtuoser Brillanz interpretierte. Schuberts Streichquintett in C-Dur Opus posthum 163 ist ein Meilenstein der Kammermusik, über dem ein unvergleichlicher berückender Klangzauber liegt. Zu Herzen gingen immer wieder die Lyrismen und die zarte Kantabilität der Komposition, die das Quatuor Arod mit großer Sensibilität, Farbigkeit und Spielfreude zum Erklingen brachte. Das zusätzliche Cello spielte in diesem einzigartigen Werk der Intendant der Traunsteiner Sommerkonzerte, Maximilian Hornung.

Herrlich anzuhörend war das lyrisch weiche Seitenthema der beiden Celli im Kopfsatz. Die zarten Pianissimi wurden mitunter von rhythmisch harten Einschüben getrübt, bevor der Satz am Ende wiederum leise endete. Das Publikum, von dem man keinen Laut, kein Husten hörte, schien ganz in der wunderbaren Musik zu versinken.

Begeisterte
Ovationen

Das Adagio wechselte zwischen zart fließender Melodik, nervöser Erregtheit und dramatischen Einschüben. Ein stürmisches Presto voller ausgelassener Vitalität am Anfang und Schluss kennzeichnete das Scherzo. Im Finale bildete die rhythmische temporeiche Stretta den Abschluss eines überragenden Kammermusikabends, für den das Ensemble begeisterte Ovationen erhielt.

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