Um die Schönheit des Chiemgaus weiß jeder, den es schon einmal als Zuschauer zum Opernfestival auf Gut Immling verschlagen hat. Wo sonst gibt es in der Pause wohl noch einen solchen Blick in die Berge inklusive malerischem Sonnenuntergang zu bestaunen? Zumindest in dieser Hinsicht ist es also nicht zu viel versprochen, wenn man die Festspiele 2018 mit dem Motto überschreibt, „Wer in die Oper geht, kommt ins Paradies“.
Allein darauf können sich Intendant Ludwig Baumann und sein Team freilich nicht ausruhen. Ebenso wenig, wie auf dem künstlerisch höchst erfolgreichen Jahrgang 2017, an den auch die kommende Saison anknüpfen will. Neben der Wiederaufnahme von Baumanns Inszenierung des Gluck-„Orpheus“ gibt es dabei gleich zum Auftakt ein Wiedersehen mit dem italienischen Regisseur Stefano Simone Pintor, der nach „I vespri siciliani“ nun mit „Don Carlo“ seinen nächsten großen Verdi auf die Bühne des Immlinger Opernhauses wuchten wird. Ein Werk, zu dem der Intendant eine besondere Beziehung hat. Und das nicht nur, weil er 1970 als junger Sänger in eben dieser Schiller-Vertonung zum ersten Mal in einer kleinen Nebenrolle auf der Bühne der Bayerischen Staatsoper stand. „Es ist bis heute eine meiner absoluten Lieblingsopern, und auch meine Frau wollte dieses Meisterwerk schon lange dirigieren. Manchmal muss man dann eben einfach seinem Bauchgefühl folgen.“
Gattin Cornelia von Kerssenbrock wird nach dieser Eröffnungspremiere ebenfalls bei „La bohème“ ans Pult des von ihr in den letzten Jahren geformten Festspielorchesters treten. Und familiär geht es auch bei der dritten Premiere weiter, die sich Webers „Freischütz“ widmen wird. In Szene gesetzt durch Verena von Kerssenbrock und mit den von ihrer Schwester geleiteten Münchner Symphonikern im Graben. Im Gegensatz zu Giacomo Puccinis Dauerbrenner ein Werk, das schon länger nicht mehr in Immling zu sehen war. Was einen beinahe schon verwundert, denn wie es Baumann auf den Punkt bringt: „Wo wäre dieses Stück besser aufgehoben, als bei uns in der Natur?“
Die spiegelt sich ebenfalls im Konzertprogramm, in dem man neben einer Verdi-Gala unter anderem einen mit dem Motto „Sounds of Nature“ überschriebenen Abend unter freiem Himmel präsentiert. Und nachdem bei der Jugendproduktion des Musicals „The Wiz“ und dem „Freischütz für Kinder“ mit Franziska Kuba und Iris Schmid Frauenpower am Pult angesagt ist, darf beim Gastspiel des Miagi Youth Orchestra aus Südafrika mit Duncan Ward zumindest noch ein Mann zum Taktstock greifen und mit Musik von Beethoven bis Bernstein sowie afrikanischen Melodien „The spirit of Mandela“ feiern.
Informationen:
www.gut-immling.de.