Austropop zum Huachn und Singa

von Redaktion

Birgit Denk und ihre Band begeistern mit der CD „Tänker“

Von Jörg Heinrich

In „Til Hofmann City“, in Schwabing rund ums Lustspielhaus und ums Vereinsheim, sind Birgit Denk und ihre Band bestens bekannt. Hier hat die niederösterreichische Sängerin schon mehrfach die austrophilen Münchner beglückt, mit der Traumballade „Vaknoid“ (Deutsch: „Schwer verliebt“), mit dem Bouzouki-Kracher „Waß i eh“ („Weiß ich ohnehin“) oder der Schlechte-Laune-Hymne „Wieda zwieda“ („Erneut schlecht drauf“). Hinreißende Wiener Lieder sind das. Wer mehr davon hören will, greift zur Best-of „Schmankerln – Das Beste aus 15 Jahren“. Und wer wissen will, wie ganz neue Denkmusik klingt, der freut sich aufs jetzt erschienene neue Album, das den sonderbaren Titel „Tänker“ trägt – was kein bisher unbekannter Wiener Dialektbegriff ist, sondern auf Schwedisch passenderweise „Denken“ heißt.

Das Schwedisch ist kein Zufall. Denn auf „Tänker“ findet sich tatsächlich, wie Birgit Denk erklärt, „österreichische Dialektmusik, in Schweden hergestellt“. Auf der Suche nach frischer Inspiration ist sie mit ihren fünf „Buben“ (so heißt das Denk-intern) nicht nach Nashville gereist, wie alle anderen, sondern nach Linköping in Südschweden. Also ins „Mekka der Popmusik“, wie die Sängerin findet, in die Heimat von Abba, Roxette und Mando Diao. Dort hat der beinahe schwedische Produzent Niels Nielsen (mit Wurzeln in Dänemark), den Birgit zufällig beim Autofahren in Italien aufgabelte, das Album produziert.

Das Ergebnis ist ein großartiger Austro-Schweden-Mix. Von Birgit Denk, vor endlosen Jahren Backgroundsängerin beim Ostbahn-Kurti, war zuletzt ja eher als Moderatorin der ORF-Show „Denk… mit Kultur“ zu hören, einer Art „Inas Nacht“ auf Wienerisch. Doch nun macht sie wieder Musik, klassischen österreichischen Poprock. Schon der Auftakt „Freier Fall“ strotzt vor Kraft, „Singa“ ist ein herrlicher Schmachtfetzen mit Buben-Chor, und so furios rockend wie in „Mei Haus“ wurde selten eine Immobilie besungen. Überdies lernt der geneigte bayerische Zuhörer Wiener Fachbegriffe wie „rean“ (weinen), „huachn“ (zuhören) oder „krammeln“ (knirschen) kennen. Feine Sache, Elchtest bestanden.

Birgit Denk:

„Tänker“ (Rohscheibe).

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