Der erste Langfilm von Ai Weiwei, „Human Flow“, dokumentiert episch die weltweiten Flüchtlingsbewegungen. Mit einem Team von 200 Mitarbeitern ist in 23 Ländern ein bedrückendes wie beeindruckendes, intimes wie ästhetisches Bilddokument entstanden, das 65 Millionen Menschen auf ihrer Flucht vor Unterdrückung, Krieg, Hunger, Klimawandel, in Hoffnung wie Enttäuschung, ein kleines Stück weit begleitet. Unter ihnen der chinesische Konzeptkünstler und Regimekritiker selbst, der seit 2015 im Berliner Exil lebt. Wenn die Kamera auch ihn einfängt – beim Teeausschenken auf Lesbos oder beim Haareschneiden in Idomeni, als Regisseur am Strand in Gaza oder im Interview mit der jordanischen Prinzessin, mit Handykamera in Kenia oder im Dialog mit der US-Polizei an der mexikanischen Grenze –, dann, um die Distanz zu den Bildern zu durchbrechen und an alle Mitmenschen zu appellieren. tg
„Human Flow“
Regie: Ai Weiwei
Laufzeit: 140 Minuten
Sehenswert ((((;