Marteria,
Zenith
Wie viel Wumms, wie viel Kraft hält ein Körper aus? Der Besuch eines Konzerts des Ausnahmekünstlers Marteria taugt dazu, den eigenen Körper auf den Prüfstand zu stellen. Da wummern die Bässe aus den riesigen Boxen, da dröhnt diese tiefe, markante Stimme. Und da bewegt sich, was sich bewegen kann. Unmöglich, unter den 7000 Besuchern im ausverkauften Münchner Zenith stillzustehen. Unmöglich, nicht mitgerissen zu werden von der Kraft des Künstlers, die sich ungebremst auf seine Zuhörer überträgt.
Dem Hip-Hop haftet ja meist etwas Unflätiges an, das Marteria völlig fremd ist. Seine Texte sind schlau und lebensnah. Sie handeln von ihm, sie handeln von Dingen, die die Menschen bewegen. Es spielt keine Rolle, ob der 35-Jährige als Marteria oder als Marsimoto auftritt. Seine beiden Alter Ego funktionieren immer, und natürlich funktionieren sie auch in München. Der Rapper, begleitet von seiner Band und drei starken Background-Sängerinnen, liefert bei seinem Gastspiel. Und anders als bei vielen Künstlern erhält er für sämtliche Stücke, die er anstimmt, ohrenbetäubenden Jubel. Es müssen nicht die ganz großen Hits sein, aber er spielt sie im ersten Zugabenblock. „Kids (2 Finger an den Kopf)“ und „Lila Wolken“ – Marteria und seine bouncende, springende Gefolgschaft geben alles bis zum Schluss. Letztlich halten Körper und Konzerthalle dem Druck stand. Was für ein Feuerwerk! Kathrin Brack