Pressekonferenzen mit Helge Schneider (62) mögen zwar nicht besonders informativ sein, aber dafür hat man was fürs Leben. Denn der Mann nutzt jede Gelegenheit, um sich und uns zu unterhalten. Vor allem die Fotografen und Kameramänner bei seiner gestrigen Konferenz im Münchner Lustspielhaus, wo er seine neue Tournee „Ene mene mopel“ ankündigte. Damit gastieren er und seine Band vom 3. bis 6. Mai viermal im Circus Krone. Auf den Krone freut sich der Mann, der ja auch die Philharmonie kennt, ganz besonders. „Die Atmosphäre ist unschlagbar, und die Akustik ebenfalls gut“, weiß er. Dass er demnächst erst mal in der Hamburger Elbphilharmonie spielen wird, kommentiert er so: „Das wird im Gegensatz zum Krone, der sehr dunkel ist, eine helle Sache. Ich werde daher die Wände extra fürs Konzert schwarz lackieren lassen…“ Dass auch die vier München-Konzerte garantiert ausverkauft sein werden, ist für dem Mann aus Mülheim an der Ruhr in dem Sinne nicht außergewöhnlich, da er „kein Nord-Süd-Gefälle“ kennt. „Das darf einen Künstler nicht interessieren“, sagt er. „Und mir ist es auch egal, ob jetzt ein Konzert ausverkauft ist oder nicht – Hauptsache, die Leute und ich haben Spaß. Denn die Leute, die kommen, können ja nichts dafür, wenn die Hütte nicht voll ist. Und diejenigen, die nicht kommen, können auch nichts dafür. Entweder haben sie keine Zeit oder keine Lust – oder sie finden mich einfach Sch…“, grinst Helge Schneider.
Er wird mit seiner Band da sein und kündigt zudem noch „einen Chor“ an, bestehend aus „zwei Jungs“. Der Haken: „Sie singen sehr schlecht, ich kann also nur abraten“, ergänzt er schmerzfrei. „Es gibt Menschen, die können und wollen singen. Dann gibt es Menschen, die wollen singen, können es aber nicht. Und dann gibt es Menschen, die wollen nicht singen und können nicht singen. Dazu gehören die beiden Jungs.“ Falls jemand Helge Schneider nicht kennt: Glauben Sie nicht alles, was der musikalische Tausendsassa und Humorist, der grundsätzlich das Unerwartete zelebriert, so von sich gibt. Man darf sich vielmehr auf vier unterschiedliche, inspirierte und inspirierende Abende freuen – jeder anders, jeder je nach Stimmung und Atmosphäre mit einer besonderen improvisatorischen Note. Und dann ist da noch die Sache mit der Krücke. Schneider entert die Bühne mit einem Stock, den er sich von Lustspielhaus-Chef Till Hofmann ausgeliehen hat. Der hat sich nämlich vor einer Woche beim Fußball verletzt. Schneider: „Ich dachte mir, so eine Krücke ist schick. Denn wenn die Leute das Foto sehen, denken sie: Das ist vielleicht sein letzter Auftritt, jetzt müssen wir doch noch hin.“
Karten
unter 089/ 54 81 81 81.