Wer etwas erleben möchte in diesen frühen Maitagen, sollte sich aufmachen zu „Stars & Rising Stars“, die derzeit an unterschiedlichen Orten in München ihre Instrumente auspacken. Eröffnet wurde die kleine, feine Konzertreihe am Donnerstag im Freiheiz. Zum uneitlen Geigen-Star Daniel Hope gesellten sich der 24-jährige rumänische Cellist Andrei Ioniţă und der 15 Jahre junge Pianist Maxim Lando, Student an der Juilliard School in New York.
Jugendliches Feuer, frühe und späte Meisterschaft sowie ein wunderbares Aufeinander-Hören schufen die ideale Basis für ein Zusammenspiel, das im abschließenden Mendelssohn-Klaviertrio Nr. 1 den Atem raubte. Ob die beiden vorzüglich harmonierenden Streicher sich vom furiosen Klavier herausfordern ließen (Kopfsatz), ob sie zu dritt in Träumen versanken (Andante), ihr Temperament in quirligen Rhythmen versprühten (Scherzo) oder im fetzigen Finale zulangten – sie vereinten ihre Stimmen voller Musikalität und Interpretationslust.
Zu Beginn hatten die drei den Ernst und die Ausdruckstiefe in der Einleitung zu Beethovens Trio-Variationen subtil ausgelotet, bevor sie im witzigen Pingpong das Thema variierten. Schon hier offenbarte das Cello seine Gesangsqualitäten, die der so herrlich nonchalante Andrei Ioniţă in Beethovens Variationen über „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ noch stärker entfalten konnte. Auch Maxim Lando am Klavier schien mitzusingen und setzte rhythmische Akzente. Wie souverän er sein kammermusikalisches Talent einsetzen kann, bewies er auch als Partner Daniel Hopes in César Francks Sonate. Ein überwältigender Hochgenuss. gabriele luster