Ansteckender Hüftschwung

von Redaktion

Lenny Kravitz gibt sich zum Auftakt seiner Europa-Tournee mit neuen Songs in der Münchner Olympiahalle die Ehre

Von Dominik Göttler

Licht aus, Nebelmaschine an, den Afro durchgeschüttelt und los geht’s. Die Lederschlaghose sitzt, die Sonnenbrille auch – Lenny Kravitz ist in der Stadt und hat nicht nur seinen Hüftschwung, sondern auch einen ganzen Gitarrenkoffer voller Hits mitgebracht. Schon früh bläst er den Zuschauern in der Olympiahalle mit seinem Cover von „American Woman“ die Regentropfen aus den Klamotten, die der kräftige Schauer kurz vor Konzertbeginn hinterlassen hat. Nicht selbstverständlich: Auch mit 54 Jahren sitzt bei Lenny Kravitz noch jeder Ton.

Seit drei Jahrzehnten ist der Rockstar mit dem Funk im Blut im Geschäft. Sein elftes Studioalbum hat er „Raise Vibration“ getauft, es erscheint am 7. September. Und als Auftakt seiner Europa-Tournee hat sich Lenny Kravitz die Münchner Olympiahalle ausgesucht, für eines von vier Konzerten in Deutschland.

Der ganz große Zuschauermagnet wie in seinen bislang erfolgreichsten Zeiten zur Jahrtausendwende scheint Lenny Kravitz in München nicht mehr zu sein. Sowohl in der Arena als auch auf den Rängen klaffen einige Lücken – und das, obwohl der hintere Bereich der Halle ohnehin schon mit schwarzen Tüchern abgehängt ist.

Davon lassen sich Kravitz und seine Bandkollegen aber nicht beeindrucken. Bei seiner neuen Single „Low“ lässt der Multiinstrumentalist, der auf seinen Alben schon mal alle Instrumente selbst einspielt, die Gitarre links liegen und überlässt seiner hervorragenden Band das Feld. Dafür gibt’s artigen Applaus, aber deutlich lauter stimmt das Publikum bei Klassikern wie „It ain’t over till it’s over“ oder „Where are we runnin’?“ mit ein. Da wird Lennys Hüftschwung plötzlich ansteckend – und selbst der Oberrang zur Tanzfläche.

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