Menschenrechte und -pflichten

von Redaktion

Friedenspreis für die Kulturwissenschaftler Aleida und Jan Assmann

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht an die Kulturwissenschaftler Aleida und Jan Assmann. Dies gab der Börsenverein, die Dachorganisation der Buchbranche, gestern bekannt. Das Ehepaar habe ein zweistimmiges Werk geschaffen, „das für die zeitgenössischen Debatten und im Besonderen für ein friedliches Zusammenleben auf der Welt von großer Bedeutung ist“, begründete der Stiftungsrat seine Vergabe. Die renommierte Auszeichnung (25 000 Euro) wird zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am 14. Oktober in der Paulskirche verliehen.

Die Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann (71) hat sich mit Studien zur Erinnerungskultur einen Namen gemacht. „Angesichts einer wachsenden politischen Instrumentalisierung der jüngeren deutschen Geschichte leistet sie in hohem Maße Aufklärung zu Fragen eines kulturellen Gedächtnisses einer Nation“, stellt der Stiftungsrat fest. „Ihr Werk weist darauf hin, dass ein offener und ehrlicher Umgang mit der Vergangenheit grundlegende Bedingung für ein friedliches Miteinander ist.“ Angesichts der aktuellen Flüchtlingsdebatte plädiert Aleida Assmann in ihrem jüngsten Buch „Menschenrechte und Menschenpflichten“ (2017) für einen neuen Gesellschaftsvertrag. Darin müssten die Menschenrechte, Werte wie Empathie und Solidarität sowie ein Kanon von Regeln für ein faires und respektvolles Zusammenleben von Einheimischen und Zugewanderten maßgeblich sein.

Der Ägyptologe Jan Assmann (79) hat mit seinem Werk Debatten zu kulturellen und religiösen Grundfragen unserer Zeit angestoßen. Mit seinen Schriften zum Zusammenhang von Religion und Gewalt sowie von Intoleranz und absolutem Wahrheitsanspruch habe er einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis der Friedensbereitschaft und -fähigkeit der Religionen geleistet, heißt es in der Begründung weiter. In dem Buch „Totale Religion. Ursprünge und Formen puritanischer Verschärfung“ problematisiert er das Gewaltpotenzial monotheistisch geprägter Gesellschaften.  dpa

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