Ein großbürgerliches Haus, strenge Familienzucht: Zuerst ist es nur der Großvater alias Klaus Maria Brandauer, der den drei Knaben von dieser Geschichte erzählt. Doch dann tauchen sie alle ein in eine wunderliche, sagenhafte, überbordende Welt, ein dunkler Zirkus Maximus mit Artisten-Karikaturen. Regisseurin Lydia Steier entfesselt im Großen Festspielhaus mit dieser „Zauberflöte“ ein Märchen für Erwachsene mit zum Teil spektakulären Bildwirkungen. Und doch ist alles im Dienste des Stücks, kaum Effekt. Freitagabend war Premiere bei den Salzburger Festspielen, teilweise unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen: Großbritanniens Premierministerin Theresa May ließ sich ins Parkett geleiten. Was sie zu hören bekam, war eine Ausnahmeinterpretation: Constantinos Carydis knüpft in seiner Klangrhetorik und seiner Analyse mit den Wiener Philharmonikern an die großen Salzburger Abende eines Nikolaus Harnoncourt an. Mauro Peter gab einen lyrisch-verhaltenen Tamino, Christiane Karg eine herbe Pamina und Matthias Goerne einen geheimnisumdüsterten Sarastro. Montag mehr. th