„Höchste Zeit für diesen Film“

von Redaktion

Der Regisseur Spike Lee über den Rechtsextremismus nicht nur in den USA und sein aktuelles Werk „BlacKkKlansman“

Regisseur Spike Lee hat schon viele Filme gedreht, in denen der Rassismus gegen die afro-amerikanische Bevölkerung im Mittelpunkt steht. Doch für „BlacKkKlansman“ sei es angesichts des gesellschaftspolitischen Kontextes höchste Zeit gewesen, sagt der 61-Jährige. Der Film, in dem Adam Driver und John David Washington die Hauptrollen spielen, spielt in den Siebzigerjahren und handelt von einem schwarzen Polizisten, der sich in den rassistischen Geheimbund Ku-Klux-Klan einschleicht. Kinostart ist an diesem Donnerstag.

-Warum ist eigentlich der Ku-Klux-Klan nicht verboten?

Man glaubt, dass der Kampf gegen ihn bereits gewonnen sei. Es wurde damit begonnen, Statuen der Helden zu entfernen wie die des Konföderierten-Generals Robert Edward Lee, der sich für die Aufrechterhaltung der Sklaverei einsetzte. Als Nächstes muss endlich die von Christoph Kolumbus in New York beseitigt werden.

-Glauben Sie, dass Ihre Filme im Kampf gegen Rassismus etwas bewirken können?

Ich weiß es nicht, aber ich würde es mir wünschen. Ich glaube jedoch, dass sie dazu beitragen, dass man verstärkt darüber diskutiert – und das weltweit, nicht nur in den Vereinigten Staaten. Das Thema Migration ist ein globales Thema geworden, wie man an der Französin Marine Le Pen sehen kann oder am Brexit. „America First“ ist übrigens ein Slogan, der nicht neu ist. Die amerikanischen Nazis haben ihn in den Dreißigerjahren benutzt.

-Ihr Film kam in den USA am 10. August in die Kinos – kurz vor dem Jahrestag der heftigen Ausschreitungen bei einer rechtsextremen Kundgebung in Charlottesville, bei der es eine Tote gab. Zufall oder Absicht?

Wir wollten auf keinen Fall mehr warten. Der Film musste im August gezeigt werden und nicht im September. Ein Jahr nach den gewaltsamen Ausschreitungen kamen die Rechtsextremen zurück. Angesichts des gesellschaftspolitischen Kontextes war es höchste Zeit für den Film.

-Ihren Filmen wird immer wieder eine kräftige Dosis Humor untergemischt. Glauben Sie, dass dadurch das Thema Rassismus besser vermittelt wird?

Viele Regisseure arbeiten mit Humor und Ironie wie zum Beispiel Stanley Kubrick. Ich denke, das richtige Gleichgewicht ist dabei wichtig.

Das Gespräch führte Sabine Glaubitz.

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