Las Vegas an der Isar

von Redaktion

Shania Twain startet in der Münchner Olympiahalle ihr Deutschland-Comeback

VON JÖRG HEINRICH

„I wasn’t just broken, I was shattered“ – „Ich war nicht nur zerbrochen, ich war zerschmettert“. Mit diesen Textzeilen begann Shania Twain am Freitagabend in der Münchner Olympiahalle ihr Deutschland-Comeback – und damit ein Spektakel, das an Glamour kaum zu überbieten war. Motto von Shanias schillernder Sause: Las Vegas an der Isar. Und der bittere erste Satz aus ihrem aktuellen Hit „Life’s About To Get Good“ sollte vor allem zeigen: Die Country-Rock-Diva hat ihre große Krise überwunden, und steht jetzt als strahlende Überlebende auf der Bühne.

Und so klingt der Auftakt, den die 53-Jährige nach einem Einmarsch durchs Publikum im langen schwarzen Glitzerkleid bestreitet, bemerkenswert fröhlich. Die Münchner haben viel zu staunen über eine Shania, die sich vom schillernden Superstar in eine Country-Braut mit Stetson verwandelt, und wieder zurück. Auch die Bühne ist eine Schau, mit einer wahren LED-Orgie, und mit beweglichen Plattformen, auf denen Shania und ihre Musiker ständig den Standort wechseln. Stürmisch bejubelt wird dabei die mitreißende und erst 22-Jährige Transgender-Drummerin Elijah Wood. „Up!“ singt Shania Twain auf einem Podest hoch über dem Publikum, das vor 15 Jahren sicherlich für noch mehr „Ka-Ching!“ in der Kasse gesorgt hätte. Aber danach kam die große Krise. Shania verlor ihren Ehemann und Hitproduzenten Mutt Lange, danach auch ihre Stimme wegen einer Borreliose-Erkrankung. Und so klingt sie jetzt etwas tiefer als damals, und lässt sich beim Singen von ein paar Computer-Effekten helfen. Und auch sonst ist bei so einer Las-Vegas-Revue natürlich jede Menge Plastik im Spiel. Aber bei solch einem Ohren- und Augenfutter stört das kaum. Zum Träumen gibt’s „You’re Still The One“, das die Kanadierin mitten in der Arena singt, und zum Ausflippen „That Don’t Impress Me Much“. Doch doch, das beeindruckt schon, dass Shania Twain die Kraft für solch ein Comeback gefunden hat. Diese Frau macht Spaß – und Mut.

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