Einfach stark! In seinem Münchner Theater Blaue Maus hat uns Prinzipal Robert Spitz „Herbst der Untertanen“ (2014) von Nino Haratischwili unter die Haut inszeniert – als Nachlese zur Frankfurter Buchmesse, wo die Deutsch-Georgierin mit ihrem Roman „Die Katze und der General“ für den Buchpreis nominiert war. Auch im „Untertanen-Herbst“ wütet der Krieg. Draußen das Schießen.
Drinnen, im Sartre’schen Huis Clos der Villa, aus der Machthaber und Gattin geflohen sind, demütigt und zerfleischt sich das zurückgebliebene Bediensteten-Trio. Auch Frauen können Täter sein, so Haratischwilis Konzept. Aber Gender-Denken braucht’s gar nicht. Spitz und seine hervorragenden Darstellerinnen zeigen prinzipiell, wie der zivilisierte Mensch durch Todesangst und Fluchtunmöglichkeit in archaisch aggressives Verhalten zurückfällt. Hingehen!
Nächste Vorstellungen am 17., 21., 24., 25. und 26. Oktober; Karten unter Telefon 089/ 18 26 94. gra