„Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes,/ welcher so weit geirrt nach der heiligen Troja Zerstörung,/ vieler Menschen Städte gesehn und Sitte gelernt hat/ und auf dem Meere so viel unnennbare Leiden erduldet,/ seine Seele zu retten – und seiner Freunde Zurückkunft…“ Die über zwölfstündige Aufnahme des SWR aus dem Jahr 1977 ist legendär: Manfred Schradi (1921-1996) liest Homers Epos „Odyssee“ langsam und deutlich mit ruhigem Rhythmus in der klassischen Übersetzung von Heinrich Voss. Da ist nichts modernisiert und für die moderne Zeit adaptiert, alles beruht auf klassischer Bildung und Tradition. Die edlen Hexameter klingen lange nach. Schradis Stimme ist tief, angenehm, voll und leicht belegt. Die Konzentrationskraft des großen Schauspielers, bekannten Schulmanns und Anthroposophen bringt den Sinn der Verse klar zum Ausdruck. Sie beschert dem Hörer im Übermaß wahren Reichtum an inneren Bildern. hilo
Hervorragend (((((