Es geht nicht um Horror in Luca Guadagninos „Suspiria“, nicht im klassischen Sinne. Und so ist die erste Soundtrack-Arbeit der Radiohead-Stimme Thom Yorke auch fern vom legendären, treibenden „Dies irae“ der Progrock-Band Goblin aus dem Siebenundsiebziger-Vorbild. Yorke konzentriert sich auf die Seufzer, das Unbehagen, die Melancholie, behält nur das beschwörungshaft Repetitive bei. Krautrock und Ligeti grüßen. Und statt delirierendem „Death Valzer“ gibt es wehmütige Walzer, die „über unsere Körper nachsinnen“ (Textzeile). Es braucht ein bisserl, bis die kongeniale Filmmusik zu Guadagninos Meisterwerk sich als eigenständiges Album erschließt. Aber dann entwickelt sie etwas sehr Persönliches, Hypnotisches. Der nächste Schritt nach Radioheads Gesängen der Entfremdung: die Auseinandersetzung mit dem Tod, der als geduldiger Geselle mit trauriger Miene irgendwo im Nebel des Hallraums harrt? wil