Bettina Wagner-Bergelt, die von 1989 bis 2017 stellvertretende Direktorin des Bayerischen Staatsballetts war und dort zuvor als Dramaturgin arbeitete, übernimmt die künstlerische Leitung am Tanztheater von Pina Bausch in Wuppertal. Der Posten ist seit vier Monaten unbesetzt, nachdem Adolphe Binder fristlos gekündigt wurde. Neben Wagner-Bergelt kümmert sich Roger Christmann um die kaufmännische Leitung. Das gleichberechtigte Duo ist für zwei Jahre verpflichtet, längstens bis Ende der Spielzeit 2020/21.
Zunächst gehe es darum, den Spielplan für den Rest der Saison und die anschließenden beiden Spielzeiten aufzustellen, sagte Wagner-Bergelt. Aktuell sei nur bis Februar geplant. Die Compagnie von Bausch zeigt Arbeiten der 2009 gestorbenen Künstlerin in aller Welt; Inszenierungen wie „Café Müller“ oder „Nelken“ sind Exportschlager.
„Natürlich muss das Ensemble neue Impulse bekommen“, sagte die 60-jährige Wagner-Bergelt, die sich in der zeitgenössischen Tanzszene gut auskennt und wiederholt Kuratorin der Münchner Dance Biennale war. Ihr gelang es auch, 2016 das Bausch-Stück „Für die Kinder von gestern, heute und morgen“ ins Repertoire des Staatsballetts zu holen.
Parallel zur Personalentscheidung will Wuppertal über die Ausrichtung des Tanztheaters beraten. „Ziel muss sein, das Erbe Pina Bauschs lebendig zu halten und weiterzuentwickeln“, sagte Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD). gra/dpa