Schlagzeilen-Kino

von Redaktion

Das Fimmuseum würdigt Will Tremper

VON THOMAS WILLMANN

Als die Oberhausener riefen „Papas Kino ist tot“, schütteten sie das Kind mit dem Bade aus: Erst allmählich realisiert man heute, was da an deutscher Filmtradition alles gekappt, begraben wurde. Will Tremper war so einer, der hierzulande in den Fünfzigern und Sechzigern Film noir und Nouvelle Vague näherkam als alle „Neuen Deutschen Filme“. Erst „Stern“-Reporter, dann Drehbuchautor, schließlich Regisseur. Schlagzeilen-Filme – halb Reportage, halb Kolportage, knallig, kraftvoll und doch leicht. Er war wie ein Sam Fuller der BRD.

Das Münchner Filmmuseum widmet seinem überschaubaren Werk bis zum 19.  Dezember eine Retrospektive. Beginn ist heute, 19 Uhr, mit dem Tempelhof-Kammerspiel „Die endlose Nacht“. Alle Tremper-Filme sind toll. Besondere Empfehlung aber fürs zweite Werk des Teams Georg Tressler/ Tremper/ Horst Buchholz nach „Die Halbstarken“: „Endstation Liebe“ – ein realistisch-poetischer Arbeiter-, Jugend- und Liebesfilm.

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