Eine CD-Großtat. Cecilia Bartolis „The Vivaldi Album“ elektrisierte 1999 die Musikwelt und führte vor, dass es noch Überrumpelndes jenseits von Händel gibt. Auf ihrer zweiten Vivaldi-Platte präsentiert sie sich anders. Die Arien führen zwar die Fertigkeiten von La stupenda vor, sind aber intimer, nach innen gerichtet, oft reinste Opernkammermusik. Was auch daran liegt, dass das Ensemble Matheus filigraner unterwegs ist als seinerzeit Il Giardino Armonico. Die Eröffnungsnummer aus „Argippo“ klingt nach Star auf Speed, danach gestaltet die Bartoli aber instrumentaler, linearer. Verzierungen wirken nicht, als feuere jemand sein Magazin leer. Wenn es ans Virtuose geht, ist alles humoristisches Funkeln. Verblüffend, was sich bei der Römerin in zwei Jahrzehnten gerade nicht verändert hat. Gestaltungslust und Stimmkontrolle verbinden sich fast perfekt. Die Bartoli ist, das ist so wundersam wie exzeptionell, immer bei sich geblieben. th
Hervorragend (((((