Drei Frauenleben verwebt Julia Zejn in ihrer grafischen Erzählung. Im Abstand von je 50 Jahren entfalten sich die Geschichten um ihre Berlinerinnen: Ida lebt 1918 als Dienstmädchen bei einer Arztfamilie; Marlies arbeitet 1968 in einem Café – träumt von der Liebe und einer Lehre zur Buchhändlerin; Selin hat 2018 ihr Abitur in der Tasche – und weiß dennoch nichts anzufangen mit ihrem Leben. Unaufgeregt arbeitet Zejn, die 1985 geboren wurde, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Selbst- und Fremdwahrnehmung der Frauen heraus. Gezeichnet ist das in einem bewusst naiv und schlicht gehaltenen Stil, der immer dann besonders beeindruckt, wenn sich die Perspektive in den Einzelbildern weitet. Dramaturgisch wirkt die Geschichte mitunter zwar arg konstruiert, dennoch ein vielversprechendes Debüt. leic