Abschiedshektik ist vor Münchens Neuer Pinakothek ausgebrochen: Die Besucherschlangen ringeln sich jetzt entlang der Theresienstraße, und das Garderobenpersonal hat schon länger schweißtreibende Schwerstarbeit zu bewältigen. Ab Silvester ist das marode Museum für die Kunst des 19. Jahrhunderts von Caspar David Friedrich bis Vincent van Gogh voraussichtlich bis 2025 geschlossen. Seit dem 17. Dezember hat der Freistaat Bayern alle Besucher eingeladen, um bei freiem Eintritt das Gesamtkunstwerk Neue Pinakothek noch einmal zu genießen.
Der Bau aus den Achtzigerjahren, Nachfolger des im Krieg ausgebombten Museums (1853) aus der Zeit von König Ludwig I., muss komplett saniert werden. Sicherheits- und Klimatechnik, Wärmedämmung, Elektrik und Dach können nicht mehr repariert werden. Gefährliche Materialien müssen entfernt, Barrierefreiheit und Vermittlungsarbeit verbessert werden.
Neben dem freien Eintritt dieser Tage gibt es am 30. Dezember außerdem Abschiedsführungen: Um 11 Uhr schildert Generaldirektor Bernhard Maaz seine Eindrücke zu „Statuarik und Dynamik – Skulpturen von Klassizismus bis Rodin“. Kurator Herbert W. Rott erzählt um 12.30 Uhr von „München – Athen, der Traum vom neuen Hellas“. Joachim Kaak schaut um 13.30 Uhr mit „Manet et Manebit – Zum Exlibris eines großen Malers“ auf Details. Um 14.30 Uhr berichtet Jochen Meister, Chef der Kunstvermittlung, von der „Gründerzeit und den Geistern, die sie rief: Gabriel von Max“; der interessierte sich nämlich sehr für Spiritismus. Seine Kollegin Alina Langer spricht um 15.30 Uhr über van Gogh nach dem Motto „Unter der Sonne des Südens“. Und um 16.30 Uhr stellt Kuratorin Mirjam Neumeister mit „Van Dyck und die englische Malerei“ den Bezug zur Alten Pinakothek her. Nicht ohne Grund, denn ab Juli 2019 werden dort bis zu 150 der berühmtesten Exponate der Neuen Pinakothek einen Unterschlupf finden.
Neue Pinakothek,
nur noch bis 30. Dezember geöffnet, 10-18 Uhr; Eingang: Theresienstraße.