Das ebbt wieder ab

von Redaktion

Eine Ausstellung im Bonner Haus der Geschichte befasst sich mit der „German Angst“

Um die „German Angst“ dreht sich bis 19. Mai eine Ausstellung im Bonner Haus der Geschichte. Diese konzentriert sich unter dem Titel „Angst. Eine deutsche Gefühlslage?“ auf vier Themenbereiche: Zuwanderung, Atomkrieg, Umweltzerstörung und Überwachung. Über 300 Exponate beleuchten die Entstehung und Verbreitung von gesellschaftlichen Ängsten und Beklemmungen im jeweiligen historischen und gesellschaftlichen Zusammenhang. Auch die Rolle der Medien bei der Verbreitung von Angstgefühlen wird diskutiert.

Gezeigt wird etwa eines von 96 Holzkreuzen, die die Friedensbewegung in den Achtzigerjahren auf einem Feld im Hunsrück aufgestellt hatte, um gegen die Stationierung von 96 Mittelstreckenraketen zu protestieren. Zu sehen ist auch eine während der Flüchtlingsdebatte auf den Markt gebrachte Spezialhose mit Schloss und 130 Dezibel lautem Alarm, die Frauen vor sexuellen Attacken schützen soll. Nach Meinung des Präsidenten der Stiftung Haus der Geschichte, Hans Walter Hütter, zeichnen sich die Deutschen durch große Intensität von kollektiven Angstgefühlen und ein großes Sicherheitsbedürfnis aus. „Gesellschaftliche Ängste entstehen in Wellen. Sie entzünden sich an bestimmten Ereignissen und ebben irgendwann wieder ab.“ Ziel der Ausstellung sei es nicht, die Ängste zu entwerten. Wer sich aber ihrer Rolle in der Vergangenheit bewusst sei, könne mit heutigen Problemen möglicherweise sachlicher umgehen.  kna

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