Diese Band ist ein Phänomen. In einem Moment stehen sie auf der Theaterbühne und spielen „Hamlet“ (wie ab 16. Februar im Schauspielhaus Düsseldorf), im anderen im von Graffiti übersäten Kellerclub. Ebenfalls an Shakespeare angelehnt – nämlich an „Macbeth“ – nennen sie sich Woods of Birnam, jener Wald, der per Prophezeiung Macbeth in Sicherheit wiegt. Die Milla im Glockenbachviertel wirkt an diesem Winterabend wie ein Bunker gegen die Kälte. Gänsehaut gibt’s trotzdem. Immer dann, wenn sich Bass, Synthesizer und Schlagzeug zurücknehmen – und der Raum nur von Christian Friedels so außergewöhnlicher Stimme gefüllt wird. Da schweigen selbst die Grüppchen, die mal wieder nicht verstanden haben, dass man zum Quatschen nicht ins Konzert, sondern in die Bar nebenan geht. Woods of Birnams drittes Album, „Grace“ (Royal Tree Records), ist seit Kurzem auf dem Markt – Tipp für Elektropop- und Theaterfans. kjk