Asterix wird 60, das muss gefeiert werden! Und zwar nicht nur mit einem Bankett unter freiem Himmel – sondern auch mit einem neuen Heft. Am 24. Oktober erscheint Band 38, fast auf den Tag genau 60 Jahre, nachdem die erste Gallier-Geschichte in der Jugendzeitschrift „Pilote“ zu lesen war. Einen Titel hat das neue Album zwar noch nicht. Doch ansonsten liefert der Herausgeber, der französische Verlag Hachette, ungewohnt frühe Einblicke in die Werkstatt von Zeichner Didier Conrad und Autor Jean-Yves Ferri.
Die ersten Bilder zeigen, dass das gallische Dorf hohen Besuch bekommt – offenbar vom legendären Häuptling Vercingetorix. Ob er sich (im Gegensatz zu Methusalix) noch an seine Schmach in Alesia erinnern kann?
Nach alter „Asterix“-Väter Sitte von René Goscinny (1926-1977) und Albert Uderzo folgt auf das Reiseabenteuer „Asterix in Italien“ (2017) nun wieder eine Geschichte, die sich rund ums wohlbekannte Dorf abspielt. Eine Schwarz-Weiß-Skizze von Conrad, auf der drei mysteriöse Besucher zu erkennen sind, liefert interessante Hinweise zum Inhalt. „Attenchion ton Cachque“, warnt einer der drei. Auf Deutsch: „Vorschischt, dein Helm!“ So sprechen bei „Asterix“ traditionell die Arverner aus Zentralgallien. Und das würde bestens zum Arverner Vercingetorix passen, der sich Cäsar erfolglos in den Weg gestellt hat.
Ob das Heft an den Band „Asterix und der Arvernerschild“ aus dem Jahr 1968 anknüpft, wird spannend – ebenso spannend wie die Zukunft der Reihe. Denn die steht trotz der Rekordverkäufe der gelungenen drei ersten Bände von Conrad und Ferri plötzlich wieder infrage. In einem Interview mit der Zeitung „Le Parisien“ hat der heute 91 Jahre alte Urvater Albert Uderzo gerade geraunt: „Ich will ,Asterix‘ nicht in andere Hände geben, wenn ich nicht mehr da bin.“ Ob dies auch Didier Conrad und Jean-Yves Ferri einschließt, die heuer beide ebenfalls 60 werden, blieb offen.
Überaus glücklich mit der Arbeit seiner Nachfolger scheint der greise Zeichner jedenfalls nicht zu sein. Er betont, dass er die Entstehung der neuen Bände weiterhin kontrolliere: „Sie tun nichts ohne meine Zustimmung.“ Und er bemängelt, dass Conrad und Ferri zu viel Wert auf kleine Gags legen – auf Kosten einer klaren Geschichte. Beim neuen Band, so Albert Uderzo (dem selbst seit Goscinnys Tod 1977 keine klaren Geschichten eingefallen sind), mussten die beiden deshalb bei der Hälfte neu beginnen, um eine „solidere Idee“ zu finden.
Dass „Asterix“ tatsächlich mit Uderzo sterben muss, ist aber mehr als unwahrscheinlich, denn für den Verlag Hachette ist die Reihe nach wie vor Gold wert. Vielleicht übernimmt ja irgendwann die nächste Gallier-Generation. Im neuen Animationsfilm „Das Geheimnis des Zaubertranks“, der am 14. März in unsere Kinos kommt, wird jedenfalls schon mal – zum Unwillen von Uderzo – ein Nachfolger für Druide Miraculix gesucht.