Gerade hat er an der Bayerischen Staatsoper als „Zauberflöten“-Tamino mehrfach seine Pamina gerettet, derzeit tourt er als Ottavio („Don Giovanni“). Doch eigentlich ist Benjamin Bruns auch ein exzeptioneller Liedsänger. Beethovens „An die ferne Geliebte“,Wolfs „Liederstrauß“ und Schumanns „Dichterliebe“ ist eine riskante Vielseitigkeitsprüfung. Bruns überzeugt, weil er eben nicht sein Ego, sondern tatsächlich diese Mini-Dramen abbildet. Er inszeniert nicht, sondern spürt dem Entwicklungsverlauf von Musik und Text nach – mit einem in allen Lagen frappierend leicht ansprechenden Tenor, flexibler, wie selbstverständlicher Stimmführung, klanglicher Schönheit, Textklarheit und ganz natürlicher inhaltlicher Reflexion – zu der Karola Theills Klavierspiel ideal passt. Eine Aufnahme wie aus dem Stilhandbuch. th