Szenen einer Ehe

von Redaktion

Hervorragend (((((

So leise, wie sich der Schnee auf die Stadt legt, ihre Ecken und Kanten abrundet und die Geräusche verschluckt, so sanft wächst die Distanz in einer langen Ehe: Während massive Reibungen ausbleiben, krasse Konfrontationen vermieden werden, wachsen unbemerkt Distanzen, legen sich Hüllen um die Partner, verwischen ihre Konturen. Stella und Gerry lieben sich noch, aber die Risse, die sich über Jahre in der Basis ihrer Beziehung gebildet haben, brechen ausgerechnet bei ihrem Trip nach Amsterdam auf: Gerrys Alkoholismus stößt Stella ab, ihre Religiosität befremdet ihn. Bei aller Gemeinsamkeit sind sie zwei einzelne Personen geblieben, die beide auf ihre Art von den Gräueltaten während der Nordirlandkrise geprägt worden sind. Ein kluger Roman, in dem Bernard MacLaverty nach dem Sinn des (restlichen) Lebens fragt – ganz leise.  mbl

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