Die aufspringenden Knospen „im wunderschönen Monat Mai“, die (nicht glaubwürdige Behauptung) „Ich grolle nicht“, das Winken „aus alten Märchen“, all das kennt man. Von Heinrich Heine, besonders aus der Vertonung Robert Schumanns. Doch auch andere, Hugo Wolf, Edvard Grieg oder Carl Loewe, haben die Verse der „Dichterliebe“ vertont, Samuel Hasselhorn und Pianist Boris Kusnezow führen es vor. Als Gegenüberstellung zum klassischen Schumann-Zyklus – was ein einzigartiges, nie dozierendes Konzeptalbum ergibt. Besonders herausragend ist die CD aber wegen Samuel Hasselhorn. Der 28-Jährige ist seit Kurzem Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und hat im vergangenen Jahr in Brüssel den Königin-Elisabeth-Wettbewerb gewonnen. Was für eine Stimme: ein kerniger, sehr viriler, trotzdem flexibler Bassbariton mit Don-Giovanni-Flair, der schon erstaunlich reif klingt. Und der höchste Erwartungen weckt – eine große Karriere kündigt sich hier an. th