Das kleine Schwarze

von Redaktion

Das Programm der Antikensammlungen setzt auf Design – die Glyptothek harrt der Handwerker

VON SIMONE DATTENBERGER

„Wir sind vorläufig im Zeitplan“, erklärt Florian S. Knauß, Chef der Antike am Königsplatz, bei der Jahrespressekonferenz in Bezug auf die beginnende Sanierung der Glyptothek. „Aber“, fügt er schnell hinzu, „das sagt noch nicht viel“. Alle nötigen Gewerke seien jetzt ausgeschrieben, erst im späten Frühjahr sei indes klar, ob es „tragfähige Angebote“ gebe. Die Baukonjunktur sei eben gut und deswegen die Preise zu hoch. Nach dem Holzzaun samt Natodraht an der Baustelle gefragt, betont er, man wolle ihn freundlicher gestalten. Er gehöre zum Sicherheitskonzept, das mit dem Landeskriminalamt entwickelt worden sei.

Voraussichtlich bis Herbst 2020 müssen Knauß und sein Team die Besucher in die Antikensammlungen gegenüber der Glyptothek locken. Man habe dort in den vergangenen Jahren wegen des großen Engagements der Kollegen die Besucherzahl auf 60 000 steigern können; in die Glyptothek kamen in den zehn Monaten von 2018 bis zur Schließung 130 000 Skulpturen-Genießer. Die müssen sich heuer mit der kleinen feinen Kunst anfreunden. Da die Schau „Schimmernde Krüge von Erz“ (wir berichteten) so gut ankommt, wird sie bis 23. Juni 2019 verlängert.

Noch glitzernder wird es ab 13. März bei „Glanzlichter – Schmuck von Wolfgang Skoluda im Dialog mit der Antike“. „Wir haben ihn kennengelernt, weil er ein begeisterter Sammler von Gemmen ist und uns mit Leihgaben unterstützte“, erklärt Knauß. Obendrein nutzt der Hamburger Schmuckkünstler antike Fragmente, etwa Scherben, um sie mit seinen Gestaltungsideen zu kombinieren. „Es wird eine Werkschau über 60 Jahre seines Schaffens geben.“ Im Sommer folgt mit „Black is beautiful“ eine Exposition, die an unserem gewohnten Bild von antiker Keramik rüttelt: keine Vasenmalerei, sondern schwarze Formen. „Diese Glanztonkeramik gab es ab dem sechsten Jahrhundert, sie zwang den Blick auf die Form“, betont Florian Knauß. „Wir könnten sie im Designmuseum in der Pinakothek der Moderne zeigen. Im Grunde ist das Industriedesign.“ Die Leistung der Töpfer soll herausgearbeitet werden. Für die Zweiggalerie in Aschaffenburg, das Pompejanum, entwickeln die Münchner die Präsentation „Hund, Katze, Maus – Tiere im Alltag und Mythos“. Die Viecherl werden wohl erst 2020 in München eintrudeln.

Im Programm bleiben die Theaterprojekte. Während der Theaterwoche (19.-23.2.) rezitieren Cordula Trantow und Siemen Rühaak Euripides’ Tragödie „Hekabe“ und Ovids so poetischen wie durchaus praktischen Liebesratgeber „Ars amatoria“. Die Sommer-Stücke stehen noch nicht fest. Fest eingeplant sind hingegen die Veranstaltungen für Kinder. Genauso unerlässlich für ein Museum ist die Forschung (Vasen, Bronzen, Gemmen) inklusive der Ausrichtung des Symposions im Gedenken an Mäzen James Loeb (1867-1933).

Informationen:

www.antike-am-koenigsplatz.mwn.de

Artikel 7 von 8